Erstellt am 14. September 2015, 09:23

von Daniela Führer

Ärger über illegale Reifen-„Entsorgung“. Dreiste und ärgerliche Aktion: 50 Autoreifen wurden in Kollmitzberg bei einer Müllsammelstelle „entsorgt“.

Bei einer Müllsammelstelle in Kollmitzberg wurden vor Kurzem 50 fein säuberlich aufgeschlichtete Autoreifen gefunden. Nicht das erste Mal, auch in der Nähe des Betriebsgebietes Ardagger wurde kürzlich eine Ablagerung in einem Waldstück entdeckt und immer wieder tauchen auch »entsorgte« Einzelreifen auf. Fotos: privat  |  NOEN, privat
Ardaggers Bürgermeister Hannes Pressl ist sauer. Wurden in der Katastralgemeinde Kollmitzberg in der Vorwoche doch einfach 50 Autoreifen – fein säuberlich aufgeschlichtet – bei einer Müllsammelstelle „entsorgt“.

„Reifen haben beim Müll nichts verloren“

„Das hat den Anschein einer gewerbsmäßigen Entsorgung“, vermutet der Ortschef, der in seiner Gemeinde öfter mit derartigen Vorfällen konfrontiert wird.

„Auch in der Nähe des Betriebsgebietes wurde kürzlich eine Ablagerung in einem Waldstück entdeckt und immer wieder tauchen auch Einzelreifen auf“, berichtet Pressl. „Das ist sehr dreist, denn Reifen haben beim Müll nichts verloren, sondern sind extra zu entsorgen.“

Nachforschungen über die Herkunft laufen und auch der Umweltverband hat sich schon eingeschaltet, „denn es kann nicht sein, dass hier ‚Einzelne‘ auf Kosten der Allgemeinheit Profit machen, zusätzlich noch die Umwelt verschmutzen und viel Verwaltungs- und Aufräumaufwand verursachen“, zeigt sich der Bürgermeister verärgert.

Illegale Entsorgungen können teuer werden

Laut Wolfgang Lindorfer vom Gemeindeumweltverband (GVU) kommen solche massenhafte Reifenablagerungen im Bezirk nicht oft vor. Es seien meist kleinere Mengen an Autoreifen, die die Menschen unsachgemäß entsorgen. „Dann meist eher gedankenlos“, erklärt er.

Doch gerade in solchen Fällen sei die „Aufklärungsrate“ recht hoch. „Rund 60 Prozent der Personen hinterlassen uns Hinweise. Kundenkarten, Zeitschriften oder gar Kontoauszüge haben wir da schon gefunden. Wir schreiben die Leute dann an und ersuchen um Kostenbeiträge für die ordnungsgemäße Entsorgung“, erklärt der GVU-Geschäftsführer.

Er empfiehlt, Autoreifen beim Händler oder in Altstoffsammelzentren zurückzugeben. „Das kostet zwei bis drei Euro pro Reifen. Wenn Leute viel Geld für Alufelgen ausgeben, die ja nur Zierde sind, müssten sie doch auch die paar Euro für die Entsorgung haben.“

Illegale Entsorgungen können übrigens teuer werden: „Speziell wenn gefährliche Stoffe wie Autobatterien im Müll gefunden werden, ergehen Anzeigen an die BH“, sagt Lindorfer.