Amstetten

Erstellt am 24. Januar 2018, 14:00

von Hermann Knapp

Amstetten: Künstler übermalt Landbauer-Plakat.

„Was zu viel ist, ist zu viel“, sagt der Amstettner Künstler Peter Bachler. Die Reaktion von Udo Landbauer auf seine vom Falter aufgedeckte Mitgliedschaft bei der Burschenschaft Germania zu Wiener Neustadt, die in ihrem Liederbuch Nazi-Ideologie verherrlicht, stößt ihm sehr sauer auf.

„Da gibt es nur den Rücktritt, sonst nichts! Dass er erst elf Jahre alt war, als das Liederbuch gemacht wurde, ist doch keine Entschuldigung. Jetzt ist er auf alle Fälle alt genug zu wissen, was er zu tun hat. Ich finde es auch lächerlich, wenn alle FP-Politiker im Bund jetzt lückenlose Aufklärung fordern. Es ist ja eh alles klar!“

Ziel: Leute aufrütteln

Er habe es, so Bachler, bisher vermieden politische Statements abzugeben, aber nun brauche es auch eine offizielle Protestaktion, um die Leute aufzurütteln. „Was da passiert, ist einfach ungeheuerlich und wir schlafen schon wieder!“ Er fühlte sich, sagt der Künstler, da auch an einen Liedtext von Herbert Grönemeyer erinnert, der da lautet: „Wie eine träge Herde Kühe schaun wir kurz auf und grasen dann gemütlich weiter!“

In der Tradition von Arnulf Rainer

Um einen Kontrapunkt zu setzen, hat Bachler am Mittwochnachmittag ein Wahlplakat von Udo Landbauer am Amstettner Hauptplatz mit schwarzer Farbe übermalt. Künstlerisch sieht er sich da übrigens in der  Tradition von Arnulf Rainer, der ja nicht zuletzt mit seinen Übermalungen Weltruhm erlangt hat.