Erstellt am 10. November 2015, 05:37

von Hermann Knapp

Alte Landesberufsschule noch immer ohne Käufer. Landesimmobiliengesellschaft will Haus in Amstetten veräußern. Fünf Interessenten winkten aber ab. Vermutlich dürfte der Preis von 1,5 Millionen Euro der Knackpunkt sein.

Nicht die heißeste Aktie am Immobilienmarkt ist die alte Metallerberufsschule. Von fünf Interessenten legte bei der ersten Ausschreibung letztendlich kein einziger ein Angebot. Foto: Kapf  |  NOEN, Wolfgang Kapf

Als ein Klotz am Bein der Landesimmobiliengesellschaft erweist sich immer mehr die alte Landesberufsschule in Amstetten in der Mozartstraße.

Schon im September 2012 sind die Schüler ins neue Gebäude am Leopold-Maderthaner-Platz übersiedelt. Doch eine Verwertung des alten Hauses mit rund 5.200 Quadratmetern Nutzfläche ist noch immer nicht in Sicht.

Schreckte Mindestangebotspreis Interessenten ab?

Im Sommer dieses Jahres lief zwar eine Ausschreibung, aber die brachte nicht den erhofften Erfolg: „Wir hatten fünf Interessenten, die sich das Haus auch angeschaut haben, aber leider hat dann kein einziger ein Angebot abgegeben“, berichtet Gerhard Tretzmüller, Leiter der Landesimmobiliengesellschaft.

Vier Wohnungsgenossenschaften und ein privater Gebäudeverwerter hatten ein Auge auf das Gebäude geworfen.

Abgeschreckt dürfte sie vermutlich der Mindestangebotspreis in Höhe von knapp 1,460.000 Euro (das entspricht dem Schätzwert) haben – in Verbindung mit den notwendigen Investitionen, um das Gebäude in ein attraktives Wohnhaus zu verwandeln. Die Leitungssysteme in der alten Schule sind völlig desolat und müssen erneuert werden.

„Werden im Frühjahr einen neuen Versuch starten“

Dass das Gebäude nach wie vor die Sonderwidmung Schule trägt, dürfte den Anreiz zum Erwerb auch nicht erhöht haben. Ein Käufer muss also erst bei der Stadt um eine Umwidmung ansuchen. Das dürfte zwar kein Problem sein, es handelt sich aber doch um einen zusätzlichen verwaltungstechnischen Aufwand.

Die Landesimmobiliengesellschaft wirft die Flinte aber noch nicht ins Korn. „Wir werden im Frühjahr einen neuen Verwertungsversuch starten. Wir werden erneut eine Ausschreibung machen, aber mit einem gravierenden Unterschied zur letzten: Einen Mindestangebotspreis wird es nicht mehr geben“, sagt Tretzmüller. Mögliche Offerte werden dann allerdings wohl unter dem Schätzwert liegen.

Tretzmüller versichert einmal mehr, dass die alte Berufsschule auch nicht vorübergehend als Flüchtlingsquartier in Frage kommt. „Das wäre nicht möglich, weil man ob der desolaten Leitungen das Haus nicht heizen kann.“