Amstetten

Erstellt am 11. April 2017, 05:55

von Wolfgang Kapf

Behörden verschlampten Reisepass einer Asylwerberin. Abgelehnte Asylwerberin braucht Pass für Rückkehr in die Heimat. Behörden können das Dokument aber nicht finden.

Hoffen auf Hilfe von Außenminister Sebastian Kurz (v.l.): Kaplan Franz Sieder, Marijat Ibieva, Dolmetscherin Tamara Shaipova und Gerhard Steinkellner.  |  NOEN, Wolfgang Kapf

Die 39-jährige Marijat Ibieva aus der russischen Republik Dagestan ist verzweifelt: Zuerst wird ihr Asylantrag auch in der dritten Instanz abgelehnt und nun verhindert die Behörde de facto die Rückkehr in ihr Heimatland Russland: Denn der Reisepass, der ihr im Flüchtlingslager Traiskirchen abgenommen wurde, ist nicht mehr auffindbar!

Ibieva flüchtete im Jänner 2013 nach Österreich. Hier lernte sie ihren Landsmann Ahmet – ebenfalls Asylwerber – kennen und heiratete ihn drei Monate später in einer Linzer Moschee.

Ehemann nach Moskau abgeschoben

„Heuer am Faschingsdienstag hat ihn die Polizei abgeholt und dann mit einem Flugzeug nach Moskau abgeschoben,“ berichtet Gerhard Steinkellner, der als Organisator des Amstettner „Stammtisches der Nationen“ der jungen Frau helfen möchte und sich an die NÖN wandte.

„Marijat zog daraufhin ihren Antrag auf ein humanitäres Bleiberecht zurück, um ihrem Mann nach Russland nachzureisen. Beim Zusammentragen der dafür notwendigen Dokumente gab es die böse Überraschung: Ihr Reisepass, den ihr die Behörden vor vier Jahren in Traiskirchen abgenommen haben, wurde verschlampt!“

Pass wurde hin und her geschickt

Steinkellner hat recherchiert, dass das Dokument von der Bezirkshauptmannschaft Wels zur Bezirkshauptmannschaft Amstetten und von dort wieder zurück nach Traiskirchen geschickt worden ist. „Doch im Erstauffanglager weiß man nur, dass er 100-prozentig nach OÖ versendet wurde.

Der weitere Weg sei wegen einer Systemumstellung nicht nachvollziehbar!“, erzählt Steinkellner kopfschüttelnd.

Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe der Amstettner-NÖN und im ePaper.