Amstetten

Erstellt am 21. März 2017, 12:21

von Hermann Knapp

Forstheide: „Bild der Verwüstung“. Schlägerungen in der Forstheide hinterlassen tiefe Spuren im Boden. Bürgerliste und Anrainer sind darüber empört.

Tiefe Spuren und Verwüstungen haben die Harvester bei den Schlägerungen in der Forstheide hinterlassen. Anrainer, Bürgerliste, aber auch Stadtpolitiker sind darüber empört. Forstbesitzer Hatschek betont, dass er nicht genug Maschinen habe um alle Arbeiten in der Frostperiode durchzuführen.  |  NOEN, privat

Einmal mehr sorgt Forstheidebesitzer Matthias Hatschek bei der Bürgerliste „Rettet die Forstheide“ für Empörung. „Auf zwei großen Flächen wird wieder geschlägert, eine davon liegt teilweise im Natura-2000- Gebiet. Man fragt sich, was für einen Wert das hat, wenn dort alles niedergewalzt werden kann.

Es ist ein Bild der Verwüstung. Wir bekommen laufend Anrufe und Beschwerden von Leuten aus der Umgebung, seit entlang der B121 Bäume gefällt werden“, heißt es in einer Aussendung. Was die Anrainer und die Naturschützer besonders auf die Palme bringt, ist der Zeitpunkt der Arbeiten. Es habe im Jänner ein Zeitfenster mit starkem Frost gegeben, in dem man Bäume entnehmen hätte können, ohne „die Forstböden für 100 bis 300 Jahre zu verdichten, zu walzen und zu vernichten!“, ärgern sich die Bürgerlisten-Aktivisten.

Kritik wird aber auch an der Bezirksforstbehörde und an der Stadtpolitik geübt, weil sie dem Treiben nicht Einhalt gebieten, sondern „dem Kahlschlag, durch den die Forstheide ihre Wohlfahrts- und Erholungswirkung für die Bürger verliere“, tatenlos zusehen. „Die Forstheide wird leergefischt. Sie wird zum Wald ohne Bäume. Naturverjüngung findet kaum statt oder ist durch den Schotteruntergrund und die dünne Humusschicht extrem gehemmt“, heißt es in der BI-Aussendung weiter.

„Können keine Zeit für Arbeiten vorschreiben“

Der Leiter der Forstbehörde, Fritz Hinterleitner, betont, dass ihm in der Sache die Hände gebunden sind. „Hatschek hat die Arbeiten im Dezember 2016 ordnungsgemäß angemeldet und da die Flächen 0,5 Hektar nicht überschreiten, sind sie nicht genehmigungspflichtig“, erklärt er. Es gäbe auch keine gesetzliche Möglichkeit, dem Waldbesitzer den Zeitpunkt der Schlägerungen vorzuschreiben. Hinterleitner kündigt aber an, dass sich die Behörde die angerichteten Schäden am Boden genau ansehen und gegebenenfalls Wiederherstellungsmaßnahmen anordnen werde.

Amstettens Umweltstadtrat Gerhard Haag versteht den Ärger der Bürgerinitiative, „denn die Verwüstungen sind tatsächlich groß und ich bin persönlich auch unglücklich darüber“, sagt der Grünpolitiker. Die Stadt habe aber gar keine Möglichkeit, dem Grundbesitzer in Hinsicht auf die Schlägerung Vorschriften zu machen. Das bestätigt auch Umweltgemeinderat Bernhard Wagner (SPÖ).

Bäume von Borkenkäfern befallen

„Wir haben ja im Dezember Gespräche mit Hatschek geführt, da hat er uns noch zugesichert, dass er die Arbeiten durchführen wird, wenn der Boden gefroren ist. Als ich die Bilder aus der Forstheide gesehen habe, habe ich gedacht, das kann ja nicht wahr sein. Ich habe auch mit Bürgermeisterin Ursula Puchebner gesprochen. Sie ist genauso bestürzt. Rechtlich haben wir aber keinerlei Möglichkeit gegen den Grundbesitzer vorzugehen.“ Wagner betont, dass die Stadt bei der Schlägerung von Fichten auf ihrem Areal in der Forstheide sicher anders vorgehen werde. „Und das Geld, das wir für gesunde Bäume bekommen, werden wir in die Aufforstung stecken.“

Forstbesitzer Matthias Hatschek betont, dass die Harvester im Jänner und Februar auf Böden im Einsatz waren, die noch empfindlicher seien, als jener in der Forstheide. „Man bräuchte zehn Maschinen, um überall gleichzeitig arbeiten zu können.“ Die entfernten Bäume seien vom Borkenkäfer befallen gewesen oder hätten Kronenberührung zu kranken Bäumen gehabt. „Die Fichten haben dort aber ohnehin keine Zukunft und da die meisten jetzt weg sind, wird es um die Forstheide künftig ruhiger werden“, sagt Hatschek.