Amstetten

Erstellt am 10. April 2017, 10:40

von Claudia Stöcklöcker

Ganoven sackten bei Juwelier 81 Uhren ein. 59-Jähriger schlug mit einem Hammer die Auslage eines Juweliers ein, während Kompagnon Schmiere stand. Nun sitzen beide.

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„Das Ganze hat nur eine Minute lang gedauert“, erzählt ein Ungar (59) vor der Richterin. Bei einem Juwelier in Amstetten schlug er nächtens eine Auslagenscheibe ein und sackte Uhren im Wert von knapp 20.000 Euro ein, während ein Landsmann (54) zehn Meter vom Geschäft entfernt aufpasste.

Weit kamen die Kriminellen mit der Beute aber nicht. Weil sie sich bei ihrer Flucht auffällig verhielten, wurden Polizisten aufmerksam und an der österreichisch-ungarischen Grenze klickten die Handschellen. Nun sitzt das Duo wegen schweren Einbruchsdiebstahls am Landesgericht auf der Anklagebank.

Geplant sei der Coup nicht gewesen, sagt der zum Einbruch geständige 59-Jährige im Prozess. „Ich bin hierher gekommen, um auf einer Baustelle zu arbeiten“, erklärt er. „In der Nacht?“, wundert sich darob die Richterin und wettert: „Sie waren mit Einbruchswerkzeug, Handschuhen, Ferngläsern und Walkie-Talkies unterwegs!“

In Summe bereits 13 Mal vorbestraft

Der 54-Jährige will von der kriminellen Aktion seines Landsmanns gar nichts mitbekommen haben. „Ich habe ein Kaffeehaus gesucht“, erklärt dieser Angeklagte. „Um drei Uhr früh?“, fragt ihn die Richterin.

Sieben Vorstrafen fasste einer der Ungarn bereits aus, er verbüßte schon mehrere Jahre hinter Gittern, sechs Mal wurde der andere bislang verurteilt. Für beide setzt es nun gesiebte Luft.

Zu zweieinhalb Jahren unbedingt wird der 59-Jährige verurteilt, zu zwei Jahren Gefängnis der 54-Jährige. Damit sind die Angeklagten und der Staatsanwalt einverstanden. Die Urteile sind somit rechtskräftig.