Erstellt am 21. September 2015, 10:20

von Hermann Knapp

Grüne üben Kritik an an Wohnungsvergabe. Für Grün-Gemeinderätin Sarah Huber hält sich FP-Stadtrat Bruno Weber nicht an die Richtlinien. Der weist den Vorwurf zurück.

Grünmandatarin Sarah Huber vermisst Transparenz bei manchen Wohnungsvergaben.  |  NOEN, Kovac

Die Grünen sind mit der Praxis der Wohnungsvergabe von FP-Stadtrat Bruno Weber nicht zufrieden: „Die Richtlinien enthalten ja Vorgaben für Härtefälle. Aber Weber hält sich nicht daran. Es kam schon einige Male vor, dass jemand plötzlich nach vor gereiht wurde, obwohl die Richtlinien das unserer Meinung nach nicht rechtfertigen“, sagt Gemeinderätin Sarah Huber.

Es seien da einige Paragrafen zu ungenau formuliert und man müsse diese daher detaillierter festlegen, um zu verhindern, dass der Stadtrat Wohnungen nach eigenem Ermessen vergibt. „Wobei man schon festhalten muss, dass das in der letzten Periode nie vorgekommen ist, sondern erst, seit die FPÖ das Ressort leitet“, erklärt Sarah Huber.

FP-Stadtrat sieht Attacke als Retourkutsche

Für FP-Stadtrat Bruno Weber ist die Attacke der Grünpolitikerin in erster Linie eine Retourkutsche dafür, „dass ich sie zur ersten Besprechung über die Bildung einer Arbeitsgruppe zur Neufassung der Richtlinien nicht eingeladen habe. Da ging es aber nur um das grundsätzliche Prozedere und nicht um inhaltliche Themen. Aber sie war offenbar beleidigt“.

Zum Vorwurf, die Richtlinien nicht einzuhalten betont der FPÖ-Politiker: „Ich habe versucht, menschlich im Sinne der betroffenen Personen zu handeln.“ Weber ist aber auch der Ansicht, dass die Richtlinien künftig genauer formuliert werden müssen – und verändert. Denn derzeit seien sie oft nur schlecht praktikabel. „Das Einkommen spielt bei der Vergabe der Wohnungen eine zu große Rolle. Darüber werden wir in der Arbeitsgruppe sicher diskutieren.“

Deren Aufgabe wird es im Übrigen auch sein, die Fördermaßnahmen für „Junges Wohnen“, die ja noch vor der Gemeinderatswahl beschlossen wurden, in die Richtlinien einzuarbeiten. Im kommenden Jahr soll die Arbeitsgruppe ein Ergebnis vorlegen.