Erstellt am 07. September 2015, 09:43

von Hermann Knapp

Grünes Licht für Hochwasserprojekt. Nach jahrelangem Tauziehen ist der Weg für die Schutzmaßnahmen bei Haabergbach und Mühlbach nun geebnet.

Hinter dem Baumax soll ein Entlastungsgerinne entstehen, durch das Hochwasser des Haabergbaches in den Mühlbach und von dort aus in die Ybbs abgeleitet werden kann. Foto: Hudler  |  NOEN, Heribert Hudler

Was lange währt, wird endlich gut: Nach jahrelangen Verhandlungen hat nun auch der letzte Grundbesitzer seine Unterschrift unter die Abtretungsurkunde gesetzt – damit kann das Hochwasserprojekt Haabergbach-Mühlbach endlich realisiert werden.

„Thema Zwangsrecht ist vom Tisch“

„Die Familie ist überraschend auf uns zugekommen. Wir freuen uns natürlich darüber, dass dem Projekt nun nichts mehr im Wege steht“, sagt Bürgermeisterin Ursula Puchebner. Die Stadt hat aber auch Zugeständnisse gemacht – unter anderem wird ein zusätzlicher Begleitweg errichtet.

Im Juni fand bereits eine Wasserrechtsverhandlung statt. Einige kleine Planänderungen wurden inzwischen ins Projekt integriert. Dieses liegt nun bei der Behörde.

Bezirkshauptmann Martina Gerersdorfer ist ebenfalls froh über die Einigung der Stadt mit dem Grundbesitzer. „Damit ist das Thema Zwangsrecht vom Tisch. Die Sachverständigen werden die Modifikationen des Projekts noch einmal prüfen und eventuell auch noch einmal mit den Anrainern besprechen und dann wird es einen Bescheid geben.“

Stadt hofft nun auf Baubeginn 2017

Wie schnell das Hochwasserschutzprojekt tatsächlich realisiert werden kann, hängt davon ab, wie schnell das Land die nötigen Fördergelder bereitstellt. „Wir hoffen aber, dass wir 2017 in die Umsetzung gehen können“, sagt Puchebner.

Das Grundprinzip des Projekts ist einfach: Bei einem Hochwasser des Haabergbaches sollen die Fluten über den Mühlbach (dessen Fließrichtung zu diesem Zweck durch Schützanlagen umgedreht werden kann) in die Ybbs (oberhalb der Eisenbahnunterführung) abgeleitet werden. Kommt es zu einer Flut in der Ybbs, soll wiederum das Wasser des Flusses daran gehindert werden unkontrolliert in den Mühlbach zu fließen.

„Wir werden damit künftig die Gebäude am Mühlbach vor Überflutungen schützen können. Das wird auch funktionieren, wenn es etwa bei der Ybbs ein HQ 100 und beim Haabergbach ein HQ 10 gibt, oder umgekehrt. Wenn es aber in beiden Bereichen zu einer Jahrhundertflut kommt, wird auch das neue System das Hochwasser nicht mehr bändigen können“, sagt Dieter Stadlbauer vom städtischen Bauamt.

Wermutstropfen für die Anrainer der Koloniegasse und der Nachbarstraßen: Ist der Hochwasserschutz verwirklicht, wird es wohl auch grünes Licht für ein geplantes Wohnprojekt der Genossenschaft Frieden in diesem Bereich geben.