Amstetten

Erstellt am 21. März 2017, 04:02

von Hermann Knapp

Leuchtturmprojekt auf europan-Gelände. Innovative Wohn- und Bürogebäude sollen entstehen. Gespräche über Zweigstelle von Pflegehochschule laufen auch schon.

So könnte sich das Gelände rund um dem Amstettner Bahnhof in zehn bis zwanzig Jahren präsentieren. Die Planungen und Vorbereitungen für ein Leuchtturmprojekt auf der Fläche 3 laufen auf Hochtouren.  |  NOEN, Gemeinde

Die ÖVP hat in den letzten Wochen massiv kritisiert, dass in Amstetten wichtige Entwicklungen verschlafen würden. Bürgermeisterin Ursula Puchebner (SPÖ) weist diese Aussagen jetzt entschieden zurück. „Wir hängen nicht gleich alles an die große Glocke, aber wir arbeiten intensiv an der Entwicklung der Stadt“, betont die Ortschefin.

Derzeit sei etwa ein Smart City-Antrag für ein Leuchtturmprojekt auf der Fläche 3 des europan-Geländes rund um den Bahnhof in Arbeit. „Dort sollen ein Wohngebäude und ein Bürogebäude mit innovativer Bauchtechnologie entstehen. Bei beiden Häusern spielt die Einbindung der Nutzer von Beginn an eine große Rolle. Es sind 25 Partner im Boot – aus den Bereichen Bildung, Energie, Gebäudesysteme, Car-Sharing, alternative Finanzierungsformen, Architektur, Raumplanung“, berichtet die Bürgermeisterin.

Im Wohngebäude möchte man einen partizipativen Ansatz verfolgen, wie es in Wien oder Linz derzeit schon geschieht (stärkere Einbeziehung der künftigen Mieter in die Gestaltung der Wohnräume und der Freizeiträume sowie enge Verknüpfung von Wohnen und Arbeiten), und dabei von gelungenen Quartiersentwicklungen lernen. Im innovativen Bürogebäude sollen Start-Ups, aber auch Spin-Offs regionaler Industrieunternehmen Platz finden. Zudem soll Firmen ein Co-Working-Office angeboten werden, also die gemeinsame Nutzung von Büroräumen.

Neuer Standort für die Zukunftsakademie

Es ist auch geplant, in diesem Haus die Zukunftsakademie unterzubringen, als Grundstein für die Ansiedlung einer Fachhochschule in Amstetten. Man sei derzeit dabei, auszuloten, welcher Rahmenbedingungen es bedürfe, damit Amstetten künftig zu einem Fachhochschul-Campus werden könnte. „Wesentlich ist, eine Partner-Fachhochschule zu gewinnen, um überhaupt einen dislozierten Standort errichten zu können. Diesbezüglich werden wir Gespräche über eine mögliche Kooperation mit der FH in St. Pölten führen. Ich habe auch schon im Vorjahr beim Land deponiert, dass wir ideale Voraussetzungen anbieten können, in Amstetten die Zweigstelle einer Pflege-Fachhochschule anzusiedeln“, sagt Puchebner.

Es könne also überhaupt keine Rede davon sein, dass die Stadt irgendwelche Entwicklungen verschlafe. Es mache aber keinen Sinn, beim europan-Projekt Schnellschüsse zu produzieren und dadurch womöglich falsche Entscheidungen zu treffen. „Der neue Stadtteil soll so konzipiert sein, dass es eine gute Achse ins Stadtzentrum gibt, um auch hier für eine Belebung zu sorgen. Letztendlich wollen wir ein Quartier entwickeln, das für andere Städte beispielgebend sein kann“, betont die Stadtchefin.