Amstetten

Erstellt am 19. Juli 2016, 04:00

von Hermann Knapp

Naturbad: „Abreißen und neu bauen“. Bürgerlistenchef Norbert Kunz will das „alte und verpfuschte“ Bad schleifen und fordert Anlage mit Sprungturm und Olympiabecken.

Norbert Kunz von der Bürgerliste „Für Amstetten“ forderte schon im Gemeinderatswahlkampf 2015, das Naturbad zu sanieren. Jetzt will er es gleich ganz wegreißen und durch ein neues und zeitgemäßes Bad ersetzen.  |  NOEN

Eine Sanierung des Amstettner Naturbades ist Bürgerlistenchef Norbert Kunz nicht genug: „Wir müssen zugeben, dass die Neugestaltung im Jahr 2000 einfach Pfusch war, und einen Schlussstrich ziehen. Das Hallenbad ist zu klein, das Freibad bietet keine Attraktionen und den Schwimmteich will ohnehin niemand, noch dazu wo man jetzt an die Ybbs baden gehen kann“, sagt er.

Einzige Alternative ist für ihn daher ein Neubau des Bades, mit Olympiabecken, großen Rutschen und Sprungturm im Freien. „Ich höre zwar schon wieder den Aufschrei, wie wir uns das leisten sollen. Aber dann muss ich fragen, warum es sich so viele andere Gemeinden in Österreich leisten können. Das ist eine Frage des politischen Willens. Ich habe mir im Internet unzählige Bäder angesehen und fast alle sind besser ausgestattet als unseres“, sagt Kunz.

"Brauchen eine vernünftige und zukunftsweisende Lösung"

Als Vergleich zieht er etwa die Bäder in Braunau, in Hall in Tirol, aber auch in St. Pölten heran. „Da kann man sich kompakte und sinnvolle Lösungen anschauen.“ Kunz fordert daher, den Baubeirat mit Experten aufzustocken, die Erfahrung mit dem Bäderbau in Österreich hätten. „Wenn wir schon wieder Geld in die Hand nehmen – und 16 Millionen sind ja auch nicht wenig – dann sollten wir gleich eine vernünftige und zukunftsweisende Lösung anstreben.“

SP-Fraktionschef Anton Katzengruber verteidigt die Entscheidung zur Errichtung eines Schwimmteichs. „Die waren damals in und das war ein großer Wunsch der Bevölkerung. Sportbecken waren in den 90er-Jahren out. Inzwischen ist das wieder anders.“ Der SP-Mandatar plädiert dafür, den Baubeirat arbeiten zu lassen.

„Wünsche gibt es viele, es muss aber auch alles finanzierbar sein und wir dürfen die Folgekosten nicht außer Acht lassen. Wenn ich ein Bad mit Mega-Attraktionen schaffe, dann muss ich einen Bademeister dafür abstellen, das kostet auch Geld. Ich bin dafür, die Sache in Ruhe zu diskutieren.“

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