Amstetten

Erstellt am 26. April 2017, 05:58

von Hermann Knapp

Neues Wegekonzept für die Forstheide. Gemeinde Amstetten haftet, sollte jemand in ihrem Waldgebiet zu Schaden kommen, daher will man Anzahl der Pfade reduzieren.

Viele Wege führen durch die Forstheide. Aus Haftungsgründen sollen etliche davon aufgelassen werden. Ein Konzept ist in Arbeit.  |  Vogl

Viele Wege führen durch die Forstheide, auch im rund 40 Hektar großen Areal, das die Stadt im Vorjahr erworben hat. Das Problem dabei ist, sollte ein Spaziergänger oder Läufer durch einen herabfallenden Ast oder einen umstürzenden Baum verletzt werden, dann haftet die Gemeinde.

„Wir sind deshalb dabei, ein neues Wegekonzept auszuarbeiten und auch ihre Zahl zu reduzieren“, sagt Umweltstadtrat Dominic Hörlezeder.

Bis zu drei Mal jährlich Baum-Kontrolle

Viele Pfade würden parallel zueinander verlaufen, die brauche es nicht alle. Die Wege einfach mit einem Schild „Betreten auf eigene Gefahr“ zu versehen, oder etwa durch einen Holzstoß die Benützung zu erschweren, reicht nicht aus, um sich aus der Haftung zu nehmen. „Tatsächlich hilft nur, auf den Wegen Pflanzen zu setzen“, sagt Hörlezeder.

Bei den verbleibenden Wegen muss die Stadt zwei bis drei Mal jährlich eine Kontrolle der Bäume durchführen, um ihrer Haftungspflicht nachzukommen. Inzwischen hat das Eschensterben auch die Forstheide erreicht. Rund 180 erkrankte Bäume müssen nach und nach herausgenommen werden.

Diskutiert wurde in der Vorwoche im Arbeitskreis Forstheide auch, ob diese zum Naturwald werden könnte.

Für Franz Raab von der Bürgerliste wäre das „ein wichtiger Schritt, zumal ja auch die Behörde keine Einwände dagegen erhebt.“ Raab versteht unter Naturwald, dass die Forstheide aus der dauerhaften wirtschaftlichen Nutzung herausgenommen wird.

Für Umweltstadtrat Dominic Hörlezeder muss die Forstheide auf jeden Fall als Naherholungsgebiet für die Bürger erhalten bleiben. „Sie zu einem Urwald zu machen, in dem wir nicht einmal mehr Käferbäume herausnehmen, das geht sicher nicht. Dazu wäre unser Gemeinde-Waldstück auch viel zu klein, das würde gar nicht funktionieren!“