Amstetten

Erstellt am 05. Juli 2016, 05:37

von Doris Schleifer-Höderl

Spitals-Betriebrätin: „Die Bediensteten sind am Limit“. Auch am Landesklinikum Amstetten fehlt es an Personal, klagt der Betriebsrat.

Das Personal am Landesklinikum Amstetten klagt laut Betriebsrat über widrige Arbeitsumstände und mangelnde Wertschätzung durch Vorgesetzte und zu wenig Zeit für die Arbeit am Patienten. Laut Holding ist der Dienstpostenplan derzeit aber erfüllt – außer bei der Ärzteschaft. Foto: Doris Schleifer-Höderl  |  NOEN

Wie die NÖN in ihrer Ausgabe vom 28. Juni berichtete, beklagen sich die Betriebsräte des Landesklinikums Mauer über die Personalpolitik der Landeskliniken Holding. Laut der Betriebsratsvorsitzenden Margit Huber ist auch am Landesklinikum Amstetten die Personalsituation sehr angespannt.

„Diese Schönrederei muss endlich ein Ende haben“

Betriebsratsvorsitzende Margit Huber

„Fällt jemand etwa durch Krankheit oder andere Gründe kurzfristig aus, kommt es häufig zu keiner Nachbesetzung. Ist die Situation zu prekär, werden Kollegen aus der Freizeit hereingeholt oder es kommt stundenweise eine Aushilfe aus anderen Abteilungen“, berichtet Huber. „Das heißt, man stopft das Loch, indem man ein anderes aufreißt.“

Betriebsratsvorsitzende Margit Huber kritisiert die Personalpolitik der Krankenhaus-Holding.  |  Doris Schleifer-Höderl

Dies gelte auch auf höherer Ebene. „Im Vorjahr haben wir aufgrund der Personalbedarfsberechnungsmethode PPR, der Pflegepersonalregelung, einen Mehrbedarf in der Pflege nachweisen können und daraufhin eine Zusage für etwa zwölf Dienstposten erhalten. Doch nachdem unsere zugesagten Dienstposten plötzlich am LK Mödling gebraucht wurden, war alles wieder vergessen.“

Margit Huber (Bild links) stört es, dass seitens der Landeskliniken Holding in der Öffentlichkeit immer alles als Eitel, Wonne, Sonnenschein hingestellt wird, während es aber im Inneren mehr als brodle. „Diese Schönrederei muss endlich ein Ende haben, denn die Bediensteten sind am Limit“, sagt die Betriebsratsvorsitzende empört.

Fakt sei, dass der Leistungsdruck auf die Bediensteten stetig steige. Obwohl in einer Mitarbeiterbefragung viele Bediensteten angeben, dass sie gerne in ihrem Beruf arbeiten, kreiden sie gleichzeitig die schwierigen und teilweise widrigen Umstände an, berichtet die Betriebsratsvorsitzende.

Krauter: Klare Spielregeln für die Nachbesetzung

Regionalmanager Andreas Krauter weist in seiner Stellungnahme zu Hubers Aussagen darauf hin, dass der Dienstpostenplan des Landesklinikums Amstetten im Prinzip derzeit besetzt sei. „Außer im Bereich der Ärzteschaft, wo die nicht besetzten Stellen konstant ausgeschrieben sind und gemeinsam mit der Holding Geschäftsführung und der Personalabteilung des Landes Niederösterreich großes Bemühen besteht, trotz der widrigen Voraussetzungen ärztliches Fachpersonal zu gewinnen. Das ist aber derzeit leider nicht einfach.“

Es gäbe es klare Spielregeln für die Nachbesetzung frei werdender Dienstposten, die auch im Klinikum Amstetten eingehalten werden. Insbesondere sei die Pflege mit Dienstposten unterstützt worden, um hinzugekommene Leistungen abzufedern.

„Prinzipiell kann es durch Neuverteilungen von Aufgaben zu Verschiebungen von Tätigkeiten zwischen den Berufsgruppen kommen“, so Krauter. „Hier kommt es aber dann auch zu Ressourcenverschiebungen innerhalb des Hauses. Diese Maßnahmen, die auch noch viele andere Bereiche berühren, wurden in der Beantwortung der Strukturmangelanzeigen dargestellt.“

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