Erstellt am 21. September 2015, 10:17

von Hermann Knapp

Subvention gestrichen: Jugendarbeit wackelt. Land fördert Jugendzentrum Don Bosco nicht mehr. Dadurch droht im kommenden Jahr dessen Schließung.

Pfarrer Hans Schwarzl mit Don Bosco Heimleiter Christian Haslauer im Don Bosco Jugendheim. Sie hoffen, dass diese wichtige Amstettner Institution erhalten werden kann.  |  NOEN, Wolfgang Zarl

Überraschend hat das Land heuer die Förderung für den Verein „Magone Austria“ gestrichen, der das Jugendzentrum Don Bosco betreut. Die Folgen sind dramatisch: „Für heuer ist der Betrieb noch gesichert, aber nächstes Jahr werden wir ihn wohl nicht aufrecht erhalten können“, sagt der Leiter des Jugendzentrums Christian Haslauer. Er und ein Kollege sind für je 20 Stunden angestellt. Das Jugendzentrum hat Freitag, Samstag und Sonntag geöffnet, hinzu kommen verschiedene Veranstaltungen. Die Außenanlagen sind ohnehin jederzeit zugänglich.

„Wir haben täglich mindestens 20 Jugendliche im Alter zwischen zehn und 18 Jahren da, an Spitzentagen sind es bis zu 60“, sagt Hauslauer. 80 Prozent davon sind Migranten, die im Jugendzentrum Don Bosco so etwas wie eine neue Heimat gefunden haben. „Wir versuchen auch gezielt, die verschiedenen Kulturen zusammenzubringen, sei es beim Fußballspielen oder mit anderen Aktivitäten. Das ist uns sehr wichtig“, sagt Hauslauer. Das Zentrum hat somit auch eine bedeutende Funktion in Sachen Integration.

Doch die 15.000 Euro, die das Land aus zwei Töpfen beigesteuert hat, kann der Verein allein nicht aufbringen.

Die Flinte ins Korn geworfen hat man allerdings noch nicht. Der zweite Landtagspräsident Johann Heuras wurde um Hilfe und Intervention gebeten. „Ich werde die Sache mit dem zuständigen Landesrat und der zuständigen Abteilung auch nochmals besprechen und schauen, ob wir nicht doch helfen können“, verspricht der VP-Politiker.

ÖVP für höhere Gemeindeförderung

Auch im Gemeinderat war die gestrichene Landessubvention ein Thema. Die Stadt fördert die Arbeit des Vereines jährlich mit 5.000 Euro. Die ÖVP beantragte diese Summe heuer auf 8.000 Euro zu erhöhen. Bei den anderen Parteien stieß sie da allerdings auf taube Ohren. „Wir können nicht für jede Förderung, die gestrichen wird, einspringen. Das Land muss auch seine Verantwortung wahrnehmen“, erklärte Bürgermeisterin Ursula Puchebner.

VP-Vizebürgermeister Dieter Funke ist zwar ebenso der Ansicht, dass sich das Land nicht einfach der Verantwortung entziehen könne, plädierte aber dennoch dafür, die Förderung zu erhöhen. „Da wird vor allem wichtige Integrationsarbeit geleistet und angesichts der Flüchtlingswelle wird diese Aufgabe in den nächsten Jahren noch viel wichtiger werden. Das sollte uns auch als Stadt einfach die 3.000 Euro mehr wert sein – ganz unabhängig von der Landessubvention.“ Letztlich war aber nur die ÖVP für die Erhöhung. Es bleibt also zumindest für das heurige Jahr bei den 5.000 Euro.