Erstellt am 09. Mai 2016, 09:33

von Claudia Stöcklöcker

Polizist mitten ins Gesicht geschlagen. 37-Jähriger rastete im Disput mit Schwiegervater aus. Urteil: sechs Monate bedingt.

 |  NOEN, Symbolbild

"Ich hab Sternderl gesehen", sagt ein Polizist vor dem Richter am Landesgericht St. Pölten. Einen Familienstreit wollte der Ordnungshüter schlichten und kassierte dabei einen brutalen Schlag mitten ins Gesicht. Widerstand gegen die Staatsgewalt wird einem 37-jährigen Amstettner nun vorgeworfen.

Auf seinen Schwiegervater war der 37-Jährige nicht gut zu sprechen, nach einem Wirtshausbesuch eskalierte ein Streit mit ihm und eine handfeste Auseinandersetzung rief schließlich den Exekutivbeamten auf den Plan.

Beim Prozess erzählt der Amstettner von einem handfesten Disput: „Ich bin am Boden gelegen, weil mein Schwiegervater mir die Kehle zugedrückt hat, deswegen war ich so in Rage.“

„Ein einmaliger Ausrutscher“

Nachdem der Polizist zu Hilfe geeilt war und die Streithähne getrennt hatte, wollte der Amstettner aber zu neuer Attacke gegen den Verwandten schreiten und verpasste dabei dem Exekutivbeamten den Schlag. „Meine Brille ist davongeflogen“, berichtet dieser vorm Richter. Abschürfungen auf der Stirn erlitt der Polizist.

„Ein einmaliger Ausrutscher“, sagt der Verteidiger des Amstettners und bittet um Milde. „Ein Glück, dass sich der Schwiegervater der Aussage entschlagen hat, denn auch er wurde verletzt“, meint der Staatsanwalt beim Prozess.

Für den bislang unbescholtenen Amstettner setzt es sechs Monate bedingt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.