Erstellt am 09. Dezember 2014, 00:01

Andere Länder, andere Sitten. Eine Weihnachtsgeschichte von Nadja Bernhard.

 |  NOEN, Erwin Wodicka - BilderBox.com (Erwin Wodicka - BilderBox.com)
Geboren und aufgewachsen in Kanada, waren die ersten Weihnachtserfahrungen meines jungen Lebens geprägt von einem ganz anderen Festgefühl. Gefeiert wurde dort am Morgen des 25. Dezember. Rot war der allgegenwärtig dominante Farbton.

Der Christbaum wunderbar bunt, geschmückt mit an Schnüren aufgefädeltem Popcorn, allerlei Süßigkeiten und blinkenden Lichterketten. So wie auch die Häuser in unserer Straße in farbigem Flackern erstrahlten. Hart an der Grenze zum Kitsch und zuweilen darüber. Weihnachten wurde zelebriert als eine einzige Riesenparty! Es wurde viel gegessen und getrunken. Mehr als einmal hatte ich mich in diesen Tagen als Kind gefragt, wie es denn dem dicken Weihnachtsmann, dem Santa Claus, gelingen konnte, mitsamt den Geschenken durch den Kamin zu rutschen, ohne stecken zu bleiben …

Meine Eltern waren in den Sechzigerjahren nach Kanada ausgewandert, dem American Dream folgend, der sich für meinen Vater auch erfüllte. Zu jener Zeit stand einem dort drüben die Welt offen. Mein Vater identifizierte sich komplett mit dem Land seiner Träume, er war dankbar für diese Chance und Kanadier durch und durch. Er sprach auch nur Englisch mit mir. Meine Mutter hingegen war geplagt von Heimweh und kompensierte das damit, dass sie mich in ein Dirndl steckte. Und zum Glück immer Deutsch mit mir sprach.

Als ich mit sechs Jahren das erste Weihnachten in Österreich feierte, wurde mir mit einem Mal klar, dass es da verschiedene Kulturen gab auf dieser Welt. Verschiedene Realitäten, in die man eintauchen konnte. Und das bewusst zu tun, entspricht bis heute meinem Lebenskonzept. Früh schon habe ich gelernt zwischen den Kulturen zu navigieren und komme daher überall schnell zurecht.

Und doch war dieses erste Weihnachten in Österreich für mich damals eine wegweisende Erfahrung. Ohne zu werten, ohne in besser und schlechter zu differenzieren, erinnere ich mich daran, wie mich damals als Sechsjährige erstmals dieser besondere Zauber der wahren Weihnacht umfing, die auf einer viel längeren Tradition fußt als das kommerziell geprägte US-amerikanische oder kanadische Modell.

Drüben schrill und laut, hier behutsam und herzlich. Weihnachten im Kreis der Familie, das war für mich eine neue, eine wunderbare Erfahrung und auch ohne tiefen Gottesglauben war mir doch der religiöse Hintergrund des Festes ganz deutlich spürbar. Dieses erste Weihnachten in Österreich, in den südsteirischen Hügeln, kam für mich einem bis dahin ungekannten Heimatgefühl ganz nahe.

Ich fühlte mich auf Anhieb wohl und geborgen mit dieser Art, das Fest zu feiern und möchte das nie mehr missen. Das Bild des Christkindes in der Krippe und die stimmungsvollen Lieder, die da in Mundart gesungen wurden. Auch wenn ich damals kein Wort davon verstand.
 

Alle Geschichten des NÖN-Adventkalenders sind folgenden Büchern entnommen:

Hat das Christkind Hosen an?

x  |  NOEN, zVg/Verlag Anton Pustet Salzburg

Heitere Weihnachtsgeschichten für große Kinder.
21 Euro, 192 Seiten,
Verlag Anton Pustet Salzburg

 
Es gibt ihn doch, den kleinen Unterschied! Und er wurde auch schon hinlänglich und in allen nur erdenklichen
Facetten erforscht. So sind Frauen zum Beispiel eher Rechtshänderinnen und seltener farbenblind. Ihr Sehfeld ist größer als das der Männer. Männer sehen dafür schärfer. Frauen können einzelne Finger gezielter bewegen. Männer werfen und fangen besser, sind im Durchschnitt um zehn Prozent größer, um 20 Prozent schwerer und um 30 Prozent stärker als Frauen, besonders am Oberkörper ...

Eine ganz wesentliche Frage wurde freilich bislang noch nie gestellt: Wie unterscheiden sich Frauen und Männer in ihrer Auffassung vom Christkind?

Dieses letzte aller noch verbliebenen Weihnachtsgeheimnisse aufzudecken, ist die Mission des dritten Bandes der erfolgreichen Christkindanthologie. Nachdem sich in den Vorjahren Journalistinnen aus ganz Österreich himmlischen Lifestyle-Themen gewidmet haben und Fragen nachgegangen sind wie "Ist das Christkind wirklich blond?" oder "Lebt das Christkind hinterm Mond?", offenbaren uns nun Österreichische Top-Journalisten ihr ganz persönliches christkindliches Verständnis. Sie bescheren uns tief(sinnig)e Einblicke mit ihren Betrachtungen zu "Hat das Christkind Hosen an?" Manch einer mag so weit gehen, zu fragen: Ja, ist es am Ende etwa gar ein Mann ...

Lebt das Christkind hinterm Mond?

x  |  NOEN, zVg/Verlag Anton Pustet Salzburg

Noch mehr heitere Weihnachtsgeschichten.
21  Euro, 180 Seiten,
Verlag Anton Pustet Salzburg

Das Leben ist voller Christkindmomente. Weißt du, wo das Christkind wohnt? Hinterm Mond? Und doch kommt es so weltoffen und geistreich daher, ist so fest verortet im Hier und Jetzt. Es ist da, immer dann, wenn es uns gelingt, anderen eine Freude zu machen, jemandem ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern oder einfach nur für einen Augenblick innezuhalten und zuzuhören.

Das Leben ist voller berührender, lustiger, tiefgründiger, verworrener, liebenswerter, stimmiger, unglaublicher, fantastischer ... Christkindmomente. Es gilt nur sie aufzuspüren. Viele davon wohnen in uns, sind eingeschrieben in unser gemeinsames Gedächtnis. Wie die langen, nicht enden wollenden Stunden erwartungsvoller Vorfreude, die sich dann im Nachhinein vielleicht als die schönsten erweisen. Wie die Freude am Schenken, die oft um so vieles größer ist, als die darüber, beschenkt zu werden. Wie die eingespielten Traditionen und Bräuche, die wir zeitlebens mit Inbrunst verwünschen, obwohl wir doch genau wissen, nicht ohne sie sein zu wollen.

„Steht das Christkind vor der Tür? Das Licht-ins-Dunkel-Weihnachtsbuch“

x  |  NOEN, Verlag Anton Pustet

Barbara Brunner,  Caroline Kleibel, 144 Seiten, 22 Euro, Verlag Anton Pustet

Steht das Christkind vor der Tür? Aber ja doch! Alle Jahre wieder wollen wir das Christkind oh so fröhlich hereinbitten und voller Vorfreude willkommen heißen. Die Tür zu wunderbaren Weihnachten öffnen uns dieses Mal Menschen, die wir alle kennen und schätzen. Menschen, die in ihrem Leben schon viel erreicht haben, was zählt. Uns wiederum reicht das von ihnen Erzählte.

In diesem stimmungsvollen Sammelband geben Künstlerinnen und Künstler, Medienschaffende und prominente Persönlichkeiten ihre denkwürdigsten Weihnachtserinnerungen preis. Einmal heiter, dann wieder besinnlich, nostalgisch und zuweilen auch durchaus kritisch.  Sind die Türen erst einmal weit offen, bleiben auch die Herzen nicht verschlossen. Mit dem Kauf jedes einzelnen Buches unterstützen Sie die Aktion Licht ins Dunkel!