Amstetten

Erstellt am 17. August 2016, 06:59

von Teresa Sturm

925.552 Euro im Bezirk erkämpft. Arbeiterkammer Amstetten intervenierte im ersten Halbjahr in 119 Fällen bei Arbeitgebern. Es kam zu 20 Klagen.

Für Arbeitnehmerinnen im Bezirk konnten 925.552 Euro an Nachzahlungen gesichert werden. V.l.n.r.: Michael Fiala, Vizepräsident der AK NÖ, Cornelia Sanitzer-Weber, AK-Rechtsschutzbüro, und Robert Schuster, Bezirksstellenleiter AK Amstetten.  Foto: Sturm  |  Teresa Sturm

Schwerpunkt thema der Halbjahresbilanz im Arbeitsrecht der Arbeiterkammer Niederösterreich (AK NÖ) im Mostviertel war Urlaub.

Immer wieder käme es, laut AK NÖ, rund um den gesetzlichen Urlaub zu Konflikten. Einerseits geht es dabei um die Gewährung und den Urlaubsanspruch, andererseits stellt die Arbeiterkammer auch die sechste Urlaubswoche zur Diskussion.

1.690 Beratungen wurden im Bezirk durchgeführt

Robert Schuster, Bezirksstellenleiter der Arbeiterkammer Amstetten, präsentierte einen Beispielfall im Arbeitsrecht, der aktuell den Bezirk beschäftigt: Zahlreiche Dienstnehmerinnen werden gezwungen, falsche Arbeitsaufzeichnungen zu unterschreiben. Foto: Sturm  |  Teresa Sturm

Immer weniger Menschen hätten Anspruch auf die sechste Urlaubswoche, die (bis auf wenige Ausnahmen) nach 25 Jahren beim selben Dienstgeber gewährt wird. Das trete aber immer seltener auch tatsächlich ein, sagt Michael Fiala, Vizepräsident der AK NÖ. Daher fordert die AK die sechste Urlaubswoche für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 25 Jahren in Beschäftigung, auch wenn diese nicht nur in einem Betrieb geleistet wurden.

Im ersten Halbjahr 2016 konnte die AK NÖ West mehr als 84.000 Arbeitnehmern helfen. Insgesamt 20 Millionen seien erkämpft worden, so Fiala. Dabei ging es um ausstehende Löhne und Gehälter nach Insolvenzen, aber auch um Nachzahlungen, wenn Arbeitnehmer teilweise sogar monatelang unter Kollektivvertrag bezahlt wurden.

Im Bezirk Amstetten wurden von der AK 1.690 Beratungen durchgeführt. Bei 119 Fällen davon wurde beim Arbeitgeber interveniert, um ausstehende Löhne oder Gehälter einzufordern. In 20 Fällen wurde geklagt. Laut Cornelia Sanitzer-Weber vom AK-Rechtsschutzbüro komme es aber sehr oft zu einem Vergleich. Insgesamt konnte die Arbeiterkammer 925.552 Euro für die Arbeitnehmer im Bezirk Amstetten erkämpfen.

Aufzeichnungen: „Angst, den Job zu verlieren, verleitet dazu“

Häufig könne die AK nicht intervenieren, weil die Betroffenen immer mehr Angst um ihren Job hätten und sich nicht trauen würden, selbst Leistungen, die ihnen zustehen würden, einzufordern.

So sei auch ein großer Fall zu erklären, der die Arbeiterkammer Amstetten noch länger beschäftigen wird. In den letzten Monaten wandten sich laut Robert Schuster, Bezirksstellenleiter AK Amstetten, vermehrt betroffene Dienstnehmerinnen einer großen Gebäudereinigungsfirma an die AK. Diese seien gezwungen worden, falsche Arbeitsaufzeichnungen zu unterschreiben.

„Die Angst, den Job zu verlieren, verleitet dazu, die nicht korrekten Arbeitsaufzeichnungen zu unterschreiben“, so Schuster. Die Lohnabrechnungen würden zwar mit den, von den Arbeitnehmerinnen unterschriebenen Aufzeichnungen übereinstimmen. Mittlerweile sei jedoch klar, dass die vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit, nicht mit der tatsächlich geleisteten Arbeit übereinstimmt.

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