Erstellt am 17. November 2015, 02:33

von Hermann Knapp

Aufatmen: Schütze ausgeforscht. Die Öhlinger brauchen keine Angst mehr zu haben, von einem Armbrustbolzen getroffen zu werden. Die Polizei hat die Täter angezeigt.

Mit dieser Armbrust schossen zwei Männer vom Halbstock eines Hauses in Mauer auf Ziele im Garten. Dabei »verirrten« sich Pfeile bis zur Raiffeisenbank in Öhling. Einer schlug sogar in ein Auto ein. Die Bolzen erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 400 km/h. Ein Mensch hätte von einem der Fehlschüsse leicht tödlich getroffen werden können. Foto: Knapp  |  NOEN, Knapp
Die Öhlinger Bürger können aufatmen. Der unbekannte Schütze, der mit gefährlichen Armbrustbolzen, die eine Geschwindigkeit von bis zu 400 km/h erreichen, durch die Gegend schoss, wurde von den Beamten der Polizeiinspektion Oed ausgeforscht.

NÖN.at hatte am Freitag kurz berichtet:



Zur Vorgeschichte: Am 14. September hatte die 58-jährige Amstettnerin Christine Gugler ein Schockerlebnis. Als sie am Parkplatz bei der Raiffeisenbank Öhling in ihr Auto einstieg, hörte sie plötzlich einen lauten Knall. Sie stieg nochmals aus und fand einen etwa 43 Zentimeter langen Metallpfeil, der in die hintere Tür ihres Autos eingeschlagen war und ein Loch im Metall hinterlassen hatte.

Natürlich erstattete die Frau Anzeige. Die Ermittlungen der Polizei blieben vorerst aber erfolglos. Am 7. Oktober fand dann eine Bankangestellte bei einem Spaziergang einen weiteren Armbrustbolzen in der Nähe der Raiffeisenbankfiliale.

Die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes führte eine Schussrichtungsbestimmung der beiden Pfeile durch und kam zu dem Ergebnis, dass der Schütze in Mauer zuhause sein müsse.

Hinweise aus der Bevölkerung brachten die Oeder Polizisten schließlich auf die richtige Spur. Im Haus eines 28-jährigen, beschäftigungslosen Mannes stellten sie eine Armbrust und weitere vier Pfeile sicher. Besitzerin der Waffe war dessen Freundin, eine 28-Jährige aus Steyr.

Vom Halbstock auf Ziele im Garten geschossen

Die Frau gab an, dass ihr Freund und ein 29-jähriger Bekannter aus Ulmerfeld-Hausmening, der derzeit eine Haftstrafe in St. Pölten verbüßt, gelegentlich vom Halbstock des Hauses aus oder auch im Garten auf dort aufgestellte Ziele geschossen hätten. Verlängert man die Flugbahn, dann kommt man direkt zur Raiffeisenbank in Öhling.

Der Pfeil, der das Auto der Amstettnerin traf, soll von dem Hausmeninger abgeschossen worden sein. An diesem Nachmittag gingen ihm noch drei weitere Pfeile „verloren“. Sie dürften zum Glück irgendwo in der Botanik gelandet sein. Der 29-Jährige wurde wegen Sachbeschädigung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit angezeigt.

Den Pfeil, den die Bankangestellte fand, dürfte der Wohnungsbesitzer aus Mauer abgeschossen haben.
Gegen beide Männer besteht ein aufrechtes Waffenverbot. Allerdings ist eine derartige Armbrust laut Gesetz keine bewilligungspflichtige Waffe.