Erstellt am 30. März 2016, 05:14

von Daniela Führer

Barbara Holzer: Terror „fühlte sich wie Krieg an“. Barbara Holzer aus Kürnberg und ihr Verlobter erlebten ihn hautnah. Einschüchtern lassen sie sich aber nicht.

Benjamin und Barbara vor dem Brüsseler Wahrzeichen, dem Atomium. »Wir werden nicht tun, als wäre nichts gewesen, aber wir werden unser Leben jetzt auch nicht ändern«, erklären die beiden. Foto: privat  |  NOEN, privat

„Es war so surreal. Zum ersten Mal seit Langem war draußen schönes Wetter. Die Vögel zwitscherten, aber die Stadt durchlebte einen Albtraum.“

Barbara Holzer und ihr belgischer Verlobter Benjamin Bodson, erlebten den Terror in Brüssel am vergangenen Dienstag vor Ort mit.

„Auch froh über Pause vom Alltag in Brüssel“

Die Osterfeiertage verbrachten sie nun bei Barbaras Familie in Kürnberg. „Ich habe mich schon sehr gefreut, nach Österreich zu kommen. Nach den Anschlägen war ich einfach auch froh, zu wissen, es gibt jetzt eine Pause vom Alltag in Brüssel“, sagt Barbara. Daran gezweifelt, dass sie aber auch künftig in der belgischen Hauptstadt bleiben werden, hätten die beiden aber noch in keinem Moment.

Die Nachricht, dass es am vergangenen Dienstagmorgen zu Terroranschlägen – zunächst am Flughafen – gekommen war, ereilte Benjamin im Zug. „Ich habe eine SMS von meinem Vater bekommen und rief dann gleich Barbara an“, erzählt der 25-Jährige. Diese machte sich gerade auf den Weg zur Arbeit, als sie den Anruf bekam.

„Wir telefonierten dann solange, bis ich im Büro war. Kurz vor 9 Uhr bin ich angekommen“, schildert die gebürtige Kürnbergerin, die in Wien und London studiert hat.

Anschlag nur Steinschlag vom Arbeitsplatz entfernt

Der zweite Anschlag bei der U-Bahn-Station Maalbeek, nur einen Steinschlag von Barbaras Arbeitsplatz entfernt, ereignete sich dann um 9.11 Uhr. „Wir mussten dann alle im Gebäude bleiben. Dort verfolgten wir das Geschehen den ganzen Tag über den Live-Ticker mit.“

Erst am Abend kamen „B&B“ nach Hause. Benjamin fuhr im Auto bei seinem Professor mit und holte Barbara dann ab. Der öffentliche Verkehr war völlig lahmgelegt, viele Straßen gesperrt. So kam es zu Megastaus in der ganzen Stadt.

Dabei brannte sich ein Bild besonders bei Benjamin ein: „Wir standen im Stau, als Konvois mit zwei Panzern an uns vorbeifuhren. In den Fahrzeugen saßen ganz viele bewaffnete Soldaten der Spezialeinheiten mit Sturmhauben über dem Gesicht. Das so zu sehen, hat sich plötzlich wie Krieg angefühlt.“

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