Erstellt am 13. Oktober 2015, 08:12

von Sabine Hummer

Bauer fand Auto im Bach - Lenker gerettet. Unfallopfer verdankt dem Landwirt Herbert Hinterbichler seine Rettung. Grasbüschel auf der Straße machten ihn stutzig, deshalb ging er nachschauen.

Das Auto lag auf der Fahrerseite im Bach. Die Feuerwehrmänner befreiten das Unfallopfer.  |  NOEN, Feuerwehr

Als der 31-jährige Landwirt Herbert Hinterbichler am vergangenen Mittwoch gegen 11.30 Uhr den Güterweg Föhrergraben Richtung Sulzbach entlang fuhr, sah er ein Grasbüschel mitten auf der Straße liegen. „Das kam mir seltsam vor und ich habe mir gedacht, dem gehe ich nach“, erzählt er im NÖN-Gespräch.

Als er ausstieg, entdeckte er Reifenspuren, die zuerst links die Böschung entlang und dann rechts von der Straße bergab führten. „Ich bin etwa dreißig Meter hinunter gegangen, konnte aber nichts entdecken“, erzählt Hinterbichler. Doch die Reifenspuren ließen ihm keine Ruhe. Er holte sein Handy aus dem Wagen und ging den steilen Hang rund 200 Meter bis zur Senke hinab.

Lenker war blutüberströmt

Dort sah er im Bachbett einen Pkw seitwärts im Wasser liegen. Der Lenker war blutüberströmt. „Mir war sofort klar, dass er schwer verletzt war. Ich habe daher die Rettungskräfte verständigt und bin bei ihm geblieben. Er war ansprechbar, ich habe ihm gut zugeredet und geschaut, dass er das Bewusstsein nicht verliert.“

Wenige Minuten später kam Hilfe. Die Freiwillige Feuerwehr Sulzbach (OÖ) war als erste am Einsatzort und stellte in Folge den Einsatzleiter. „Weil die Wiese so nass war, war der Weg zum Unfallort schwer zu begehen. Wir haben den Lenker dennoch rasch aus dem Fahrzeug geborgen“, berichtet Kommandant Ernst Schwödiauer.

Nach der Erstversorgung durch Dr. Schneeweiss aus Maria Neustift und einem Notarztteam aus Steyr wurde der Verunfallte unter Zuhilfenahme einer Traktor-Seilwinde und Manneskraft zur Straße gebracht und mit dem Rettungshubschrauber NAH 15 ins AKH Linz geflogen. „Zum Glück hat ein aufmerksamer Landwirt die Blaulichter vom Gegenhang aus gesehen und ist vorausahnend mit seinem Traktor zum Einsatzort gekommen. Das hat die Bergung erleichtert“, so der Einsatzleiter.

Tank auf Ladefläche blieb unbeschädigt

Da das Fahrzeug auf der Ladefläche einen zusätzlichen Tank montiert hatte, errichtete die Feuerwehr St. Peter/Au zwei Ölsperren im Bereich Einmündung zum Ramingbach. Es war aber zum Glück kein Treibstoff ausgeflossen.

x  |  NOEN, Foto: Hummer

Auch Hubert Putz, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Kürnberg ist mit der hervorragenden Zusammenarbeit der Blaulichtorganisationen zufrieden. „Der Lenker hatte Glück im Unglück. Ohne die Geistesgegenwärtigkeit von Herbert Hinterbichler wäre er nicht so schnell gefunden worden.“

Inzwischen ist auch der Unfallhergang klar: Leopold F., Maschinist bei der Firma Hinterholzer, fuhr mit dem Firmenfahrzeug zu einem Grundstück, wo er im Anschluss Arbeiten mit einer Planierraupe durchführte. Er stellte das Fahrzeug, das im Laderaum einen etwa 500 Liter großen Dieseltank mit sich führt, etwa hundert Meter entfernt in die Wiese, um die Raupe bei Bedarf betanken zu können.

Aufgrund des einsetzenden Regens beendete der Mann gegen 11 Uhr die Arbeiten. Er stellte die Planierraupe ab und wollte mit dem Tankfahrzeug den Feldweg in Richtung Güterweg Föhrengraben fahren. Beim Wegfahren dürfte das Fahrzeug auf der nassen Böschung ins Rutschen geraten sein. Es schlitterte die abschüssige Wiese hinunter und landete nach zirka 200 Metern in einem Ausläuferbach, wo es auf der Fahrerseite zum Liegen kam.