Amstetten , Haag , Ardagger , Aschbach-Markt , St. Valentin

Erstellt am 22. April 2017, 04:44

von Doris Schleifer-Höderl

Schon 120 Kunden für Amstettner SOMA-Mobil. Seit drei Jahren tourt der Sozialmarkt durch das Mostviertel, um einkommensschwache Mitmenschen zu versorgen.

SAM-Regionalmanagerin Anneliese Dörr, SOMA-Mobil Mostviertel-Leiterin Gerlinde Luftensteiner, Gertraud Lexmüller und Hermann Reisenbichler begrüßen wöchentlich an die 120 Kunden alleine im Bezirk Amstetten bei den beiden SOMA-Mobilen.  |  Schleifer-Höderl

Unter dem Motto „Wir kommen Ihnen entgegen“ fährt der mobile Sozialmarkt als Zusatzangebot zum eigentlichen SOMA Standort in Amstetten mindestens einmal wöchentlich die beiden Amstettner Ortsteile Mauer und Hausmening sowie Ardagger, Aschbach, Haag, Seitenstetten und St. Valentin an.

„Es gibt viele Mitmenschen, die aus den verschiedensten Gründen nicht in unseren Sozialmarkt in die Wagmeisterstraße kommen können. Wir wollen sie aber dennoch mit günstigen Lebensmitteln versorgen“, sagt die SOMA Mostviertel Mobil-Verantwortliche Gerlinde Luftensteiner.

Im Juli werden es bereits drei Jahre, dass der Sozialmarkt auch auf Tour geht. „Der Anstieg der Kundenfrequenz ist enorm“, so SAM NÖ-Regionalmanagerin Anneliese Dörr. „Mittlerweile sind es an die 120 Kunden in der Woche, die wir versorgen.“ Wenn das SOMA-Mobil – mittlerweile sind bereits zwei Wägen im Einsatz – vorfährt, warten die ersten Leute schon.

Erweiterung der Route ist bereits in Planung

Das achtköpfige Team rund um Gerlinde Luftensteiner ist aber weit mehr als Verkaufspersonal. „Für viele Kunden sind wir oft der einzige soziale Kontakt des Tages, den sie schon sehnsüchtig erwarten. Da wird geplaudert und sich ausgetauscht und nicht selten haben wir berührende Erlebnisse. Im Herbst kam in St. Valentin eine gehbehinderte Dame das erste Mal zu uns und hat sich einen Nussstrudel gekauft, denn sie sich zum Normalpreis nicht leisten könnte. Sie war sehr glücklich.“

Solche Begegnungen machten demütig und zeigten, wie wichtig Projekte wie SOMA-Mobil seien, damit Menschen in Not weiterhin am Gesellschaftsleben teilnehmen könnten.

Laut Annesliese Dörr ist man bereits dabei eine Erweiterung des SOMA-Mobils Mostviertel anzudenken. Derzeit fährt man 25 Gemeinden in den Bezirken Amstetten, Melk und Scheibbs an. „Der Bedarf und damit leider auch die Armut steigt stetig und es ist wichtig, dem Rechnung zu tragen.“

Zurzeit würde man vor allem noch mehr Produkte wie Hygieneartikel sowie Teigwaren und Reis benötigen, um allen Kunden regelmäßig diese Waren zukommen zu lassen. Zum dritten Geburtstag des SOMA-Mobils wünschte sich das Team, „dass die Leute nicht wegschauen, sondern bewusst hinschauen, wenn es Mitmenschen nicht so gut geht. Vor Krankheit, Arbeitsplatzverlust oder der Trennung vom Partner ist niemand von uns gefeit. Die Leute, die bei uns einkaufen, sind Menschen wie ich und du und haben ein Anrecht auf Respekt!“