Amstetten , Neuhofen an der Ybbs

Erstellt am 14. Februar 2017, 03:06

von Stephanie Turner und Hermann Knapp

Bezirk Amstetten: Urnenbestattung ist im Trend. Immer mehr Verstorbene werden eingeäschert. Von Stephanie Turner Friedhöfe werden entsprechend umgestaltet.

Auch am Friedhof in Wolfsbach trägt die Gemeinde dem Trend Rechnung und hat im Herbst stilvolle Urnenwände geschaffen.  |  NOEN, Penz

Der Trend zur Urnenbeisetzung ist auch im Bezirk unverkennbar. „Die Statistik in Amstetten zeigt, dass bei den christlichen Begräbnissen etwa zu einem Drittel Erdbestattungen stattfinden, zu einem Drittel Verabschiedungen mit anschließender späterer Urnenbeisetzung und zu einem Drittel Begräbnisfeiern, bei denen die Einäscherung bereits stattgefunden hat und die Urne im Zuge des Begräbnisses beigesetzt wird“, erklärte Amstettens Pfarrer Peter Bösendorfer kürzlich bei einer Podiumsdiskussion über den Wandel in der Kultur der Bestattungen im Bildungshaus St. Benedikt in Seitenstetten.

„Trend geht ganz klar in Richtung Urnenbestattung“

Die Bestatter im Bezirk bestätigen diesen Trend. Laut Thomas Hinterndorfer, dem Geschäftsführer der Bestattung Tempora, werden bereits 65 Prozent aller Beisetzungen in der Stadt Amstetten in Form einer Feuerbestattung durchgeführt. Das heißt, dass der Sarg in einem Krematorium verbrannt und anschließend die Urne mit der Asche des Verstorbenen beigesetzt wird.

„Es hängt oft auch von der Generation ab, welche Form der Bestattung gewünscht ist, der Trend geht trotzdem aber ganz klar in Richtung Urnenbestattung“, so Hinterndorfer.

Es gibt aber auch noch andere Bestattungsformen, die in Amstetten gewünscht werden. Zum Beispiel gibt es die Möglichkeit, die Asche des Verstorbenen bei einer Baumbestattung im Urnenhain am Neuen Friedhof in Amstetten beisetzen zu lassen. „Menschen, die ein anonymes Grab ohne Schild haben möchten, wählen oft diese Form“, erklärt Hinterndorfer.

Für Aufbewahrung im Haus braucht man einen Bescheid

Auch bei der Trauerhilfe Beer in Neuhofen an der Ybbs registriert man eine Veränderung der Traditionen. Mittlerweile ist die Verabschiedung mit Urnen (der Sarg wird nach der Feier in einem Krematorium verbrannt und die Urne etwa zwei Wochen später beigesetzt) gleichauf mit der traditionellen Erdbestattung.

„Trotzdem merkt man, dass in den ländlichen Gebieten und bei älteren Generationen klassische Beerdigungen noch vorne liegen. Preislich gibt es kaum einen Unterschied zwischen diesen beiden Formen“, sagt Maria Beer.

Es gibt natürlich auch Hinterbliebene, die die Urne im Haus aufbewahren oder auch auf dem eigenen Grundstück bestatten wollen. „Dazu braucht man allerdings einen Bescheid vom zuständigen Gemeindeamt“, erklärt Beer.

Viele Kommunen im Bezirk Amstetten tragen natürlich längst dem Trend zur Urnenbestattung Rechnung und sind dabei, auf ihren Friedhöfen Urnenwände oder auch Urnengräber zu schaffen – im Vorjahr waren das zum Beispiel die Gemeinde Wolfsbach und auch die Gemeinde Öhling.

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