Amstetten

Erstellt am 12. Juli 2016, 05:50

von Hermann Knapp

Siebenjährige kämpft gegen Knochenkrebs. Zahlreiche Chemotherapien und Bestrahlungen in deutscher Klinik: Nebenkosten für Eltern nicht finanzierbar.

Ihnen allen ist das Benefizkonzert eine Herzenssache: Erich Gatty (H2E), Martina Graf, Franz Gschossmann (DaBasGo), Sabrina Korndeuer, Lukas Ehebruster und Mike Weichselbaumer (beide Knalleffekt) mit den Kindern Marcel, Fabian, Vanessa, Denise und Jennifer. Foto: Knapp  |  NOEN, Knapp

Seit Gründonnerstag ist die Welt für ein siebenjähriges Mädchen aus dem Bezirk nicht mehr, wie sie vorher war. An diesem Tag bekam die Kleine im St. Anna Kinderspital in Wien die schreckliche Diagnose: Ewing-Sarkom – eine besonders fiese Form von Knochenkrebs. Begonnen hat alles mit Nackenschmerzen, die nicht und nicht besser wurden. Eine MR-Untersuchung brachte schließlich die traurige Gewissheit.

Glückt die Operation, folgen 54 Bestrahlungen

Inzwischen hat das Mädchen fünf Chemotherapien hinter sich. Eine benötigt sie noch, dann wollen die Ärzte die Operation wagen. Der Eingriff wird schwierig und riskant. Die Mediziner wollen den dritten Halswirbel entnehmen und aus einem Beckenknochen des Mädchens rekonstruieren. Erschwerend kommt hinzu, dass eine Arterie durch den Tumor verläuft.

„Die Operation birgt ein hohes Risiko, aber wir hoffen natürlich alle, dass sie gut ausgeht“, sagt die Amstettnerin Sabrina Korndeuer, eine Freundin der Mutter des krebskranken Mädchens.

Glückt der Eingriff, dann muss die Siebenjährige im September in eine Klinik nach Deutschland. Dort wird sie 54 Bestrahlungen erhalten. „Danach sind nochmals neun Chemotherapien im St. Anna Kinderspital in Wien geplant. Hoffnung gibt, dass im Körper bisher keine Metastasen gefunden wurden“, sagt Korndeuer.

Musiker erklärten sich sofort bereit mitzumachen

Für die Familie, die auch noch eine neunjährige Tochter hat, ist neben der emotionalen, natürlich auch die finanzielle Belastung groß. „Die Aufenthaltskosten, die für sie dabei entstehen, muss die Familie natürlich selbst abdecken und zum Teil auch Injektionen, die die Kleine braucht, vorfinanzieren“, sagt Korndeuer.

Sie wollte da nicht einfach nur daneben stehen und beschloss daher, eine Benefizaktion für die Familie zu starten. Helfer waren rasch gefunden. Ihr Nachbar Franz Gschossmann ist Mitglied der Band DaBasGo.

Die Musiker erklärten sich sofort bereit mitzumachen, und Gschossmann konnte auch noch die Gruppen Knalleffekt und H2E für einen kostenlosen Auftritt gewinnen. Das Schloss Hotel Zeillern stellt sein Freigelände für das Benefizkonzert am 30. Juli zur Verfügung. „Wir hoffen, dass sehr viele Leute kommen. Es gibt keinen Eintritt, sondern freiwillige Spenden und jeder Cent, den wir einnehmen, wird der Familie zu Gute kommen. Das ist uns eine Herzensache“, sagt Korndeuer.

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