Erstellt am 15. Dezember 2015, 05:23

von Hermann Knapp

Betriebsrätin stellt klar: „Es gab keinen Ersatz“. Betriebsrat und Ärzte über Holding erbost: Mediziner erhielt Anweisung, Notaufnahme einfach mit zu betreuen.

 |  NOEN, CHRISTIAN SCHNEIDER

. Am Mittwoch, 2.Dezember, erging, wie berichtet, eine Mail an die Rot-Kreuz-Bezirksstellen in Amstetten und Melk, dass wegen Krankheit eines Arztes die Notfallambulanz geschlossen werden müsse. Kurz darauf wurde dies von der Holding revidiert. In der Stellungnahme gegenüber der NÖN (siehe unten) wird der Eindruck erweckt, man habe doch noch Ersatz für den Mediziner gefunden.

Im Landesklinikum herrscht deswegen Empörung. „Von Ersatz kann keine Rede sein. Tatsache ist, dass einfach der diensthabende Facharzt auf der internen Station von der Holding die Anweisung bekam, auch die Notaufnahme mitzubetreuen. Unterstützung hatte er dabei nur von einer Turnusärztin, die erst zwei Monate im Landesklinikum tätig ist“, berichtet Betriebsratsvorsitzende Margit Huber.

Ärztemangel in jeder Abteilung

Sie verurteilt diese Vorgangsweise auf das Schärfste. „Die Holding kann sich die Dinge nicht immer nur schön reden. Wir haben in jeder Abteilung einen Ärztemangel und der schlägt nun eben auch auf die Notaufnahme durch. Die Bevölkerung muss informiert werden, dass am Wochenende und in der Nacht nur Notfälle versorgt werden können, wenn uns für eine Rundumversorgung einfach die personellen Ressourcen fehlen.“

Huber betont, dass der Betriebsrat bereits Gespräche mit der Holding führe, denn ein derartiger Vorfall dürfe sich nicht wiederholen. „Wir werden in diesem Punkt auch künftig entschieden die Interessen der Ärzteschaft und aller anderer Kolleginnen und Kollegen vertreten. Letztendlich geht es da ja auch um die Versorgungssicherheit der Bevölkerung.“
 


Holding-Schreiben:

„Bei einem plötzlich auftretenden Krankenstand wird schnellstmöglich versucht, einen geeigneten Mitarbeiter für die Besetzung des jeweiligen Arbeitsplatzes zu aktivieren. Dabei ist auf die arbeitszeitrechtlichen Vorgaben Rücksicht zu nehmen. Das kann dazu führen, dass, bis zur Nominierung einer Vertretung, die Blaulichtorganisationen darüber in Kenntnis gesetzt werden, was im vorliegenden Fall gemacht wurde. Die Meldung, welche seitens des LK Amstetten an die RK-Bezirksstelle gegeben wurde, wurde jedoch vor in Kraft treten wieder zurückgezogen. Grundsätzlich werden sämtliche akut auftretenden, krankenhauspflichtigen Fälle in so einem Fall in den jeweiligen fachspezifischen Ambulanzen versorgt.“