Erstellt am 19. Juli 2016, 03:00

von Hermann Knapp

Akutmaßnahmen: Hilfe für die Landwirte. Bauern leiden unter den niedrigen Milch- und Fleischpreisen. Nun will die Regierung ihnen den Sozialversicherungsbeitrag für ein Quartal stunden oder erlassen.

Bezirksbauernbundobmann Andreas Pum hat gute Nachrichten für die Landwirte.  |  Archiv

Die Preise für Milch und Fleisch sind seit Monaten im Keller. Die Bauernvertreter haben schon mehrmals auf die dramatische Situation hingewiesen. Landwirte könnten zwar gerade noch überleben, aber es bleibe kein Geld mehr für notwendige Investitionen.

Langfristig gesehen bedeute das für viele Betriebe den Ruin. Grund für die Krise ist nicht zuletzt das Embargo gegen Russland, das die heimischen Exporte einbrechen ließ.

Jetzt gibt es zumindest einen kleinen Lichtblick für die Landwirte. „Die Bundesregierung hat beschlossen, den Bauern mit 167 Millionen Euro unter die Arme zu greifen. Das ist eine sehr gute Nachricht für uns“, sagt Bezirksbauernbundobmann Andreas Pum.

Konkret müssen die Bauern einen Quartalsbeitrag der Sozialversicherung nicht zahlen (1.500 bis 2.000 Euro pro Betrieb). Gedeckt werden soll das aus Rücklagen. Ob dieser nun nur gestundet oder überhaupt erlassen wird, darüber gibt es politisch noch keine Einigung. „Ich fordere, dass den Landwirten der Beitrag zur Gänze erlassen wird, sonst ist ihnen nicht geholfen.

"Brauchen Akutmaßnahmen um Betriebe zu erhalten"

Sie mussten schon von 2014 auf 2015 ein Einkommensminus von 17 Prozent verkraften. Ihre Lage ist wirklich dramatisch“, sagt Pum. Die Schere von Produktionskosten und Erlösen klaffe immer weiter auseinander. „Um die Betriebe zu erhalten, brauchen wir jetzt solche Akutmaßnahmen!“

Die Arbeiterkammer spricht sich vehement gegen die Erlassung des Versicherungsbeitrags aus. Und wenn, dann dürfe das Geld dafür nur aus Töpfen der Agrarförderung kommen, aber nicht aus den Rücklagen der Sozialversicherung, denn das müssten dann alle Steuerzahler bezahlen.

Pum hat für solche Einwände kein Verständnis: „Gerade die Arbeiterkammer fordert immer, dass die Lebensmittel billig sein müssen und die Bauern Umweltleistungen erbringen und immer neue Tierschutzrichtlinien einhalten. Und das alles sollen sie zum Nulltarif machen. Das geht so aber nicht!“