Amstetten

Erstellt am 04. April 2017, 05:17

von Claudia Stöcklöcker

Arzt erleichterte Apotheke um Bares. Mediziner leugnet, 160.000 Euro eingesackt zu haben. Schöffensenat verhängte 21 Monate bedingte Freiheitsstrafe.

Symbolbild  |  Ocskay Mark/Shutterstock.com

In die Kasse einer Apotheke eines Verwandten im Mostviertel soll ein Arzt (37) öfters gegriffen und 160.000 Euro eingesackt haben. Wie berichtet, ist der Mediziner zu den Vorwürfen nicht geständig.

Überrascht: Gerangel am Tresor

Geld eingesteckt zu haben, ist aber nicht alles, was vorgeworfen wird im Prozess am Landesgericht St. Pölten. Auch am Tresor der Apotheke soll sich der 37-Jährige zu schaffen gemacht haben. Des Nächtens habe ihn dabei der Apotheker überrascht. Es kam zum Gerangel.

„Der Angeklagte hat dem Opfer den Pullover über den Kopf gezogen, ihn geschlagen und den Strom ausgeschaltet, damit er nicht die Polizei verständigt“, erklärte der Staatsanwalt bereits am ersten Prozesstag im Herbst 2015.

„Wenn Sie etwas erfinden, dann lügen Sie wahnsinnig schlecht“Der Richter zum Angeklagten

Ein Schöffensenat spricht den Arzt nun wegen schweren gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstahls, versuchter Nötigung und Körperverletzung schuldig und verhängt 21 Monate bedingt (nicht rechtskräftig).

Der Richter begründet: „Der Angeklagte hat regelmäßig in die Kasse gegriffen. Das hat er nicht sein lassen können, das war ein innerer Antrieb.“

Und er sagt zum Angeklagten: „Wenn Sie etwas erfinden, dann lügen Sie wahnsinnig schlecht. Besser lügen Sie, wenn Sie Halbwahrheiten erzählen.“

Auch in einem Geschäft soll der Mediziner zugelangt, eine Videokamera gestohlen haben. Der Richter dazu: „Das wollen Sie ob postraumatischer Belastungsstörung nicht mitbekommen haben und gleichzeitig arbeiten Sie als Arzt. Wie dumm wollen Sie uns verkaufen!“