Erstellt am 09. September 2015, 11:52

von Hermann Knapp

Bauern „mit Rücken zur Wand“. Schlechte Ernten und niedrige Preise: Heimische Bauern sind in schwerer Krise und fürchten um ihre Existenz. Landtagsabgeordneter Anton Kasser warnt vor Preisentwicklung.

 |  NOEN, NÖN

„Die Lage der Bauern ist dramatisch. Die Gesellschaft wird sich entscheiden müssen, ob sie künftig in der Lebensmittelproduktion vom Ausland abhängig sein will und ob sie auch weiterhin eine gepflegte Kulturlandschaft haben will oder nicht“, sagt Landtagsabgeordneter Anton Kasser.

„Handelsketten setzen die Molkereien unter Druck“

Angesichts der derzeitigen Preisentwicklung in fast allen Bereichen, stünden die Landwirte mit dem Rücken zur Wand. „Jene, die keine großen Investitionen getätigt haben, kommen vielleicht noch so gerade über die Runden. Aber jene, die Rückzahlungen stemmen müssen, haben schwere Probleme.“

Im Schweinesektor, so Kasser, sei der Preis ohnehin schon seit einer Weile im Keller, nun sei aber auch der Preis für die Milch auf 30 Cent hinuntergerasselt. „Die Handelsketten setzen die Molkereien unter Druck und diese geben diesen natürlich an die Bauern weiter. Dabei gibt es keinen Grund für so niedrige Preise, denn wir haben trotz Freigabe der Quote nicht die riesigen Milchmengen auf dem Markt“, sagt der VP-Politiker.

„Für viele wird das inzwischen zur Existenzfrage“

Er hofft auf Intervention von höherer politischer Stelle. Der heiße Sommer tut ein Übriges, um die Lage der Landwirte prekär zu machen. Denn nicht nur, dass sie einen geringen Preis für ihre Produkte bekämen, so Kasser, müssten viele heuer auch noch Futter zukaufen, denn es habe heuer nur einen guten Grasschnitt gegeben und das sei einfach zu wenig.

Kasser sieht insgesamt allmählich schwarz für den Bauernstand. „Unser Einkommen ist in den letzten Jahren nicht gewachsen, sondern gesunken. Für viele wird das inzwischen zur Existenzfrage.“