Erstellt am 19. Juli 2016, 06:00

von Daniela Rittmannsberger

Borkenkäfer sind wieder eine Plage. Heißer Sommer 2015 und milder Winter sorgten dafür, dass sich die Schädlinge heuer stark vermehrt haben.

Bezirksförster Fritz Hinterleitner hat leider keine guten Nachrichten: Die Borkenkäfer richten auch heuer große Schäden in den heimischen Wäldern an.  |  Daniela Rittmannsberger

Der Borkenkäfer wütet auch heuer in den Wäldern des Bezirks. Er setzt damit sein Vernichtungswerk fort, das schon im Vorjahr begonnen hat. Der heiße Sommer 2015 bot dem Schädling ideale Bedingungen, um sich rasch zu vermehren und zu wachsen.

Statt zwei Monate brauchten die Käfer für ihre Entwicklung nur ein paar Wochen. Für das geschulte Auge war ihr fatales Wirken leicht zu erkennen: Rötlich verfärbte Fichten, die sich an gesunde Bäume reihten.

Zwar wurden sämtliche Waldbesitzer von der Behörde angewiesen, die befallenen Stämme so rasch wie möglich zu entfernen, doch es wurden längst nicht alle befallenen Bäume entdeckt. Und darum ist die Käferplage heuer noch schlimmer als im Vorjahr. „Normalerweise ist im Sommer die starke Phase der Borkenkäfer.

Da aber der Winter so mild war, entwickelten sich die Tiere rascher als sonst. Wir hatten heuer im Frühjahr mehr als doppelt so viel befallene Bäume als sonst - sogar im Jänner und Februar sind Stämme abgestorben“, sagt Bezirksförster Fritz Hinterleitner.

Negativ ausgewirkt hat sich natürlich auch, dass die Bäume von der Hitze des Vorjahres noch geschwächt waren und daher eine umso leichtere Beute für die gefräßigen Schädlinge.

Der Borkenkäfer gefährdet die heimischen Fichtenbestände. Befallene Bäume müssen unverzüglich gefällt werden.  |  Archiv

Der bislang verregnete Sommer war allerdings hilfreich. Denn die Nässe verhinderte eine noch schnellere Verbreitung der Käfer. Denn ist es zu feucht, dann verpilzen sie und fallen ab. „Die nasse Phase hat sehr viel gebracht. Es ist zurzeit eine positive Entwicklung, jetzt kommt es darauf an, wie der Sommer wird“, sagt Hinterleitner.

Betroffen von der Borkenkäferplage sind meist Fichtenbestände in den Tieflagen; vor allem in Regionen rund um Wolfsbach und Haag kommt der Schädling besonders häufig vor.

„Der Borkenkäfer bohrt sich durch die inneren Rindenteile und unterbricht so den Transport des Wassers. Er frisst sich von oben nach unten und der Baum verdurstet sozusagen“, erklärt Hinterleitner.

Befallene Bäume werden gekennzeichnet und müssen so schnell wie möglich gefällt werden.
 
 |  Rittmannsberger

Wenn ein Waldbesitzer befallene Bäume bemerkt, ist rasches Handeln angesagt, ansonsten wird seitens der Bezirkshauptmannschaft darauf hingewiesen, dass der Baum entfernt werden muss.

Ist das nicht möglich, soll die Rinde entfernt und verbrannt werden. In vereinzelten Fällen wird auch ein Spritzmittel benutzt.

Die befallenen Stämme können übrigens durchaus als Bauholz verwendet werden, einzig für den Möbelbau ist das Holz wegen einer bläulichen Verfärbung nicht mehr geeignet.

Ungewöhnlich ist das momentan vermehrte Auftreten der Borkenkäfer nicht, denn die Geschichte lehrt, dass es im Laufe der Zeit immer wieder dazu kommt. „In den 1990-er Jahren gab es vermehrt Borkenkäfer und 2003 dann wieder. Diese Phasen kommen wellenartig“, sagt der Experte. In einem Mischwald ist der Ausfall nicht so groß, da dort nur einige Fichten stehen. „Umso mehr Fichten es in den Tieflagen gibt, umso größer ist natürlich auch das Brutpotenzial“, sagt Hinterleitner.

Borkenkäfer

Borkenkäfer sind etwa 2 bis 8 mm große Insekten. Sie bohren sich durch die Rinde von Bäumen und zerstören dort durch den Fraß der Larven (Brutbild) und erwachsenen Käfer das für den Baum lebensnotwendige Bastgewebe.

In den meisten Fällen sterben Bäume, die von Borkenkäfern erfolgreich besiedelt wurden, innerhalb kurzer Zeit ab (Käferbäume).

Die wichtigsten und gefährlichsten Borkenkäferarten sind die Fichtenborkenkäfer Buchdrucker (Ips typographus) und Kupferstecher (Pityogenes chalcographus).