Amstetten

Erstellt am 24. April 2017, 08:48

von Claudia Stöcklöcker

Drohung gegen Bruder. Das Nächste, was ich sehe, ist eine Kugel, die in deinem Hirn steckt, soll 33-Jähriger gesagt haben. Er leugnet.

Prozess am Landesgericht St. Pölten  |  APA

Seinem eigenen Bruder soll ein 33-Jähriger aus der Region das Leben schwer gemacht haben. Mit den Worten „Das Nächste, was ich sehe, ist eine Kugel, die in deinem Hirn steckt“, soll er ihm im Herbst 2016 bei einem Ball gedroht haben. Nun sitzt er als Angeklagter vor dem Richter.

Geständig zu dem Vorwurf ist der 33-Jährige im Prozess am Landesgericht St. Pölten nicht. „Der hat schon viel erzählt“, sagt er und weist Schuld vehement von sich.

Um sein Leben bangte das Opfer. „Gefürchtet hab’ ich mich vor ihm. Dass er mich umbringen wird, hat er ja schon oft zu mir gesagt. Ich habe ihn davor nicht angezeigt, weil er doch mein Bruder ist. Da schaut man lange zu“, so der Bedrohte.

"Er ist unberechenbar“

Nach der Drohung am Ball habe er die Polizei zu Hilfe rufen wollen. „Da hat er mir mein Handy weggenommen, es auf den Boden geschmissen und ist draufgestiegen“, setzt der Bruder fort. Und er fügt hinzu: „Ich habe schon genug mit ihm mitgemacht, er ist unberechenbar.“

Zur Drohung kann ein Zeuge nicht viel sagen. „Es war zu laut, ich habe nichts gehört. Ich habe aber gesehen, dass er absichtlich voller Wut das Handy zerstört hat“, sagt dieser.

Der Richter spricht den 33-Jährigen wegen gefährlicher Drohung schuldig und verhängt über ihn drei Monate auf Bewährung. Für die Zukunft warnt er den Angeklagten. „Wenn wieder etwas vorfällt, dann wird die Strafe höher ausfallen“, sagt er. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.