Amstetten

Erstellt am 01. August 2016, 07:25

von Claudia Stöcklöcker

Illegaler Marihuana-„Gärtner“ kassierte Gefängnis. Marihuana hegte und pflegte ein 40-Jähriger. Auffällig hoher Stromverbrauch machte Ermittler aufmerksam.

Ein Marihuana-Gärntner im Bezirk Amstetten fiel der Polizei wegen der hohen Stromrechnung für seine Indooranlage auf...  |  NOEN, APA (Archiv/epa)

„Ich hab’ daraus gelernt“, bedauert ein 40-Jähriger aus dem Bezirk vorm Richter, sich als illegaler Gärtner geübt zu haben. 84 Cannabispflanzen pflegte er binnen fünf Jahren in einer Indooranlage. Nun sitzt der bislang Unbescholtene auf der Anklagebank und legt ein reumütiges Geständnis ab.

„Mit der Zeit lässt die Wirkung nach, da braucht man mehr“

Der Angeklagte

Im Jahr 2010 begann der Angeklagte mit der Herstellung von Illegalem. „Das war eine kleine Menge. Zwei Jahre später habe ich es wieder gemacht, das ist aber nichts geworden.“ Grünen Daumen bewies der 40-Jährige 2014, in den Genuss dieser verbotenen Pflänzchen kam er aber nicht. „Ein Einbrecher hat mir alles gestohlen“, erzählt er.

Bei einer Hausdurchsuchung ein Jahr später klickten die Handschellen. Ermittler fanden 54 Marihuana-Pflanzen und auch bereits geerntetes Kraut.

Ob der 40-Jährige auch gedealt hat, fragt ihn der Richter. „Es war alles nur für meinen Konsum“, streitet er Drogenhandel vehement ab. Fünf Gramm täglich habe der 40-Jährige konsumiert, sagt er. Denn: „Mit der Zeit lässt die Wirkung nach, da braucht man mehr.“

Ins schiefe Licht geraten war der Angeklagte ob hoher Stromrechnung für seine Indooranlage. „Sie haben 12.000 Kilowatt im Jahr verbraucht“, weiß der Richter. Wegen Verbrechens nach dem Suchtmittelgesetz sowie Verbrechens der Suchtgiftherstellung setzt es 15 Monate teilbedingt, davon fünf Monate Gefängnis. Nicht rechtskräftig.