Amstetten

Erstellt am 18. Oktober 2016, 05:35

von Hermann Knapp

Landwirtschaft: Lage bleibt schwierig. Maisernte ist zwar gut, aber die Preise sind zu niedrig. Immerhin zeigt sich bei der Milch eine Tendenz nach oben.

Bundesrat Andreas Pum bei der Maisernte. Die Menge und die Qualität sind gut. Der Preis lässt aber zu wünschen übrig.  |  NOEN, privat

Eigentlich könnten die Bauern im Bezirk mit der Maisernte zufrieden sein. Menge und Qualität sind durchaus in Ordnung. Doch der niedrige Preis lässt keine rechte Freude aufkommen. „Für Mais mit einem Feuchtigkeitsgrad von etwa 30 Prozent werden zwischen 80 und 90 Euro pro Tonne bezahlt. Das ist am unteren Level, damit lässt sich für keinen Landwirt ein Einkommen erwirtschaften“, sagt Bezirksbauernbundobmann Andreas Pum.

Der Mais ist im Bezirk die Hauptkultur – und wächst auf rund 40 Prozent der gesamten Ackerfläche. Die Regenfälle in den letzten Wochen haben der Qualität zum Glück keinen Abbruch getan. Der Silomais ist schon eingebracht, der Körnermais sollte bis Anfang November abgeerntet sein.

Kasser mit positiverer Einschätzung als Pum

Insgesamt hat sich die Situation der Bauern im Bezirk nicht wirklich entspannt. Immerhin haben die Preise bei Schwein und Ferkel etwas angezogen. „Aber 150 Euro für ein Mastschwein sind noch immer alles andere als gewinnbringend. Wir hatten da auch schon 180 Euro“, sagt Pum. Unter dem Strich fehle den Bauern einfach das Geld für nötige Investitionen und das werde sich langfristig negativ auf die Landwirtschaft auswirken. Der Milchpreis ist zwar in letzter Zeit leicht gestiegen, aber Pum ist auch da nach wie vor skeptisch.

Etwas positiver schätzt Landtagsabgeordneter Anton Kasser die Situation ein. „Das Mengenreduktionsmodell der EU (der Bauer soll 14 Cent für jeden nicht gelieferten Liter erhalten) greift offenbar, bevor es richtig wirksam wird. Der Markt hat das Gefühl, dass die Milch knapp werden könnte und auch unsere Molkereien sagen, dass sie jeden Liter brauchen. Wirklich positiv auf den Preis wird sich das aber erst im Frühjahr auswirken.“

Pum und Kasser plädieren beide einmal mehr dafür, dass den Landwirten das letzte Quartal der Sozialversicherung erlassen wird. „Das wäre eine Förderung, die unbürokratisch und direkt bei den Bauern ankommt.“