Amstetten , Haag

Erstellt am 18. Juli 2017, 06:01

von Hermann Knapp

Mekamtonne hat bald ausgedient. Umstellung auf getrennte Bio- und Restmülltonnen beginnt im Herbst. Gelber Sack kommt im April 2018.

Sabine Huschka und Gemeinderätin Hermine Handsteiner aus Allhartsberg haben mit dem gelben Sack gute Erfahrungen gemacht. Foto: Hudler  |  Heribert Hudler

In Allhartsberg gehen die Uhren in Sachen Mülltrennung deutlich vor. Denn dort wurde bereits die Mekamtonne durch eine Biomülltonne und eine Restmülltonne ersetzt und Plastikverpackungen werden im gelben Sack gesammelt. Nach anfänglicher Skepsis sind die Allhartsberger mit dem neuen System durchaus zufrieden. „Wir sind drei Familien im Haus und füllen in den sechs Wochen zwischen der Abholung vier bis fünf gelbe Säcke. Ich finde es bequem“, sagt Sabine Huschka.

Geschäftsführende Gemeinderätin Hermine Handsteiner berichtet, dass beim Austeilen der gelben Säcke fast nur positive Rückmeldungen kommen. „Die einzige Sorge, die einige Hausbesitzer hatten, ist, dass die Säcke bei starkem Wind davonfliegen könnten, aber die Gefahr scheint mir nicht so groß. Ich habe einen vollen Sack gewogen, er hatte etwa drei Kilogramm.“

Gda-Obmann Anton Kasser hofft, dass sich durch getrennte Biomüll- und Restmülltonnen die Trennquote mittelfristig verbessert. Foto: Knapp  |  Hermann Knapp

Auch Bürgermeister Anton Kasser, zugleich ja Obmann des Gemeindedienstleistungsverbandes (gda), dem auch die Müllsammlung obliegt, berichtet, dass sich
die Bevölkerung seiner Gemeinde rasch mit dem neuen System angefreundet hat.

„Für manche Allhartsberger ist es fast schon ein Sport zu schauen, wie viel Verpackung in einen gelben Sack hineingeht, wenn man Milchpackerln und Plastikflaschen gut zusammenpresst.“ Den Amstettnern steht, so wie den Bewohnern von 14 anderen Gemeinden im Bezirk, noch heuer der Abschied von der Mekamtonne bevor. Der Auftrag für die neuen getrennten Biomüll- und Restmülltonnen ist bereits hinausgegangen.

Mehrkosten werden moderat ausfallen

„Beginnen werden wir mit dem Auswechseln der Mekamtonnen aber erst im Herbst und wir werden die Leute natürlich  über unsere Zeitung Locum und mit einer entsprechenden Medien-Kampagne über alle Schritte genau informieren. Unmittelbar vor der Umstellung werden alle Betroffenen auch noch persönlich angeschrieben“, verspricht gda-Geschäftsführer Wolfgang Lindorfer.

Die Mekamtonne wird einer 240-Liter Restmülltonne (vierwöchentliche Abfuhr) und einer 120-Liter Biomülltonne (14-tägige Entleerung) weichen. Grundsätzlich ist jeder Hausbesitzer verpflichtet, eine Biotonne zu verwenden, außer er kann den Biomüll gänzlich auf dem eigenen Grundstück kompostieren.

Die Mehrkosten des neuen Systems im Vergleich zur Mekamtonne werden für den Bürger mit monatlich rund zwei Euro moderat ausfallen.

Das erklärte Ziel der Umstellung ist es, die Trennquote noch zu verbessern. „Durch Fehlwürfe oder auch Schlamperei landet in der Mekamtonne viel Restmüll im Biomüll. Vergleichswerte aus Gemeinden mit zwei verschiedenen Tonnen zeigen, dass die Qualität des Biomülls dort um 15 Prozent besser ist als bei uns“, sagt Kasser.

Kaffeemaschinen in der gelben Tonne

Auch vom gelben Sack erhofft man sich vor allem eine bessere Trennqualität, als sie bisher gegeben war. „In die gelbe Tonne wurden ja zum Beispiel auch Kaffeemaschinen, andere Elektrogeräte und sogar Kinderbagger geworfen, obwohl die dort nichts zu suchen haben, weil sie Metallteile enthalten“, erklärt Lindorfer. Im gelben Sack dürfen nun tatsächlich nur Kunststoffverpackungen entsorgt werden.

Rund 68 Prozent beträgt derzeit die Mülltrennquote im Bezirk. Ziel des Verbandes ist es schon seit Jahren die 70-Prozent-Marke zu knacken. „Nach der Umstellung sollte uns das gelingen, vielleicht nicht gleich im ersten Jahr, aber mittelfristig auf alle Fälle“, sagt Lindorfer.

Gelber Sack wird mit April 2018 kommen

Der gelbe Sack wird mit April 2018 kommen. Ursprünglich war die Umstellung schon für heuer geplant, doch die deutsche Reclay UFH GmbH, die ja bei der Verlosung der Sammelregionen, den Bezirk zugelost bekommen hat (Waidhofen an der Ybbs ist paradoxer Weise übrigens an die ARA gefallen) brauchte mehr Zeit um Verträge mit Abfuhrunternehmen zu schließen (es musste ja ausgeschrieben werden).

„Wir haben uns darum entschlossen, das auf nächstes Jahr zu verschieben, denn wenn wir umstellen, muss auch alles auf Anhieb funktionieren. Das sind wir unseren Kunden schuldig“, sagt Kasser.

Für Mehrparteienhäuser ab sieben Wohnungen aufwärts bleibt übrigens die gelbe Tonne.