Erstellt am 30. August 2016, 03:45

von Claudia Stöcklöcker

Pädophiler hortete abscheuliche Fotos. Pädophiler hortete 2.500 verbotene Bilder von zehn- bis zwölfjährigen Buben. Urteil: acht Monate auf Bewährung.

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„Ich habe den Eindruck, dass es Ihnen leidtut, aber auch, dass Sie sich selber leidtun, weil Sie erwischt worden sind“, sagt Vizegerichtspräsidentin Andrea Humer im Prozess am Landesgericht St. Pölten zu einem 57-Jährigen.

„Wo liegt der Kick dabei?“

2.500 kinderpornografische Fotos wurden auf drei Festplatten des Angeklagten aus dem Bezirk gefunden, nun sitzt der bislang Unbescholtene erstmals vor Gericht. Die Abscheulichkeiten sammelte der 57-Jährige ab 2010 bis Mitte 2015 nicht nur, sondern schickte sie auch über Internetforen weiter.

„Wo liegt der Kick dabei?“, will die Richterin wissen. „Es sind zehn- bis zwölfjährige Buben“, antwortet der 57-Jährige. „Ein supergutes Alter“, schrieb er in einem Chat. Ob der Mann jemals daran gedacht hat, dass hinter jedem dieser Fotos Kindesmissbrauch steht? „Jetzt schon“, antwortet er darauf leise. Die Richterin verhängt über den Angeklagten acht Monate bedingt (nicht rechtskräftig).

Ein Bewährungshelfer wird dem Mann zur Seite gestellt, eine bereits begonnene Therapie muss er fortsetzen. Humer begründet das Urteil. „Pädophilie liegt meines Erachtens vor. Die Fotos zeigen minderjährige Burschen in reißerisch verzerrten Posen und geschlechtliche Handlungen.“ Und weiter: „Der Strafrahmen beträgt bis zu drei Jahre Gefängnis. Es war eine empfindliche Strafe zu verhängen und es konnte gerade noch eine bedingte Strafe verhängt werden.“