Amstetten , Haag

Erstellt am 30. Januar 2018, 06:15

von Hermann Knapp

„Schöner Tag für ÖVP“: Sieg für Kasser und Hinterholzer. Jubelstimmung: Trotz eines kleinen Stimmen-Minus im Bezirk waren Parteigranden am Wahltag rundum zufrieden.

„Der Erfolg ist auch ein Verdienst unserer Bürgermeister und Funktionäre, die tagtäglich ihr Ohr bei den Bürgern haben“, erklärte Bezirksparteiobmann Andreas Hanger.  |  NOEN

„Das ist ein schöner Tag für die ÖVP, aber auch für mich persönlich“, erklärte eine gelöst und fröhlich wirkende Michaela Hinterholzer am Wahlabend. Nach einem kurzen aber sehr intensiven Wahlkampf der „uns körperlich und mental an die Grenze geführt hat“, konnte sie vor allem in ihrer Gemeinde ein sattes Plus von 6,75 Prozent einfahren.

Im Ortsteil Oed allein waren es sogar 10 Prozent. „Das zeigt, dass die Leute die Arbeit, die man macht, auch anerkennen. Zugleich ist das Ergebnis aber auch ein Arbeitsauftrag für die Zukunft.“ Schon am Abend war klar, dass Hinterholzer auch die nächsten fünf Jahre im Landtag vertreten sein wird. „Ich werde mich voll für die Region engagieren und mit großer Demut mit diesem Vertrauensbeweis umgehen.“

Ebenfalls über seinen Wiedereinzug in den Landtag durfte sich am Sonntagabend Anton Kasser freuen. „Es heißt zwar immer, dass es die Kategorie Dankbarkeit in der Politik nicht gibt, es gibt sie aber doch“, konstatierte der Allhartsberger.

In seiner Gemeinde gelang ihm zwar nur ein kleiner Zugewinn von 0,23 Prozent, allerdings hält die VP dort bei 72,01 Prozent der Stimmen. Mehr hat sie in keiner anderen Gemeinde.

Ein Auftrag für die nächsten fünf Jahre

„Das Ergebnis ist für mich natürlich Auftrag, in den nächsten fünf Jahren mit voller Kraft für die Menschen im Bezirk zu arbeiten“, betonte Kasser.

Für Bundesrat Andreas Pum brachte der Wahlabend ein Wechselbad der Gefühle. „Ich freue mich natürlich sehr darüber, dass wir im Land die absolute Mehrheit errungen haben. Wir haben mit vollem Einsatz geschafft, eine gute Stimmung auch in Stimmen umzumünzen“, sagte er. Seine persönliche politische Zukunft ist allerdings ungewiss. Ob der Bezirk Amstetten wieder ein Bundesratsmandat bekommt, wird sich erst in den nächsten Tagen entscheiden.

Freuten sich über die Absolute im Land: Andreas Pum, Werner Krammer, Anton Kasser, Andreas Hanger, Michaela Hinterholzer und Lukas Michlmayr.  |  Heribert Hudler

„Wir haben ein Ergebnis von über 52 Prozent erreicht und werden daher entsprechende Signale an das Land aussenden“, versprach Bezirksparteiobmann Andreas Hanger Pum noch am Wahlabend seine Unterstützung. Dieser habe durch seinen Einsatz viel dazu beigetragen, dass die ÖVP ein so gutes Ergebnis erreicht habe.

In Pums Heimatstadt St. Valentin musste die ÖVP allerdings ein Minus von 1,65 Prozent (30,42 Prozent) hinnehmen. „Das ist damit zu erklären, dass die SPÖ-Spitzenkandidatin im Bezirk ja auch aus St. Valentin kommt. Außerdem hatte die SPÖ bei der letzten Wahl ein sehr schlechtes Ergebnis. Als Minderheit in der Stadt haben wir ein gutes Resultat gehalten“, sagt Pum.

Über ein Plus von 3,34 Prozent (56,98 Prozent) durfte sich der Haager Bürgermeister Lukas Michlmayr freuen, der ja ebenfalls im Vorzugsstimmenkampf der ÖVP mitmischte. „Ich bin froh, dass wir in Haag zu einem guten Gesamtergebnis im Land beitragen konnten. Ich war selber in vielen Haushalten. Die Bürger schätzen die Politik, die wir in der Gemeinde und im Land machen“, erklärte er am Wahlabend.

Beginn der Ära einer Landesmutter

Für den Waidhofner Bürgermeister Werner Krammer, der sich erstmals einer Landtagswahl stellte, hat diese klar gezeigt, dass sich das Vorzugsstimmenmodell der ÖVP bezahlt macht. „Die Leute wollen Personen wählen und deshalb hat die ÖVP mit ihrem Wahlmodus genau das, was der Wähler verlangt.“ Krammer freut sich, dass die Landeshauptfrau von den Wählern mit so großem Vertrauen ausgestattet worden ist.

Nationalrat Alois Rosenberger aus Oed bejubelte am Wahlabend ein „sensationelles Ergebnis, das wir uns erhofft, aber nicht erwartet haben.“ Wichtig ist für ihn auch, dass sich der Zugewinn der FPÖ in Grenzen hältt. „Denn das hätte uns sonst national und internatonal geschadet. Mit der Wahl haben wir vielleicht den Beginn der Ära einer Landesmutter erlebt, die Niederösterreich über längere Zeit führen wird.“

Für Bezirksparteiobmann Andreas Hanger hat die ÖVP die Wahl auch deshalb gewonnen, „weil wir uns konsequent der neuen Themen und Entwicklungen annehmen, wie zum Beispiel der Digitalisierung, aber auch nie auf unsere Wurzeln und unsere Basis vergessen. Der Erfolg ist auch ein Verdienst unserer hervorragenden Bürgermeister und Funktionäre.“

Hier geht's zur Landtagswahl 2018 auf NÖN.at: Live-Ticker, alle Ergebnisse, Reaktionen, Analysen und vieles mehr!

Umfrage beendet

  • Habt ihr die Absolute der ÖVP erwartet?