Erstellt am 29. Dezember 2015, 03:58

von Wolfgang Kapf

Christen und Moslems feierten gemeinsam. Am 24. Dezember feierten im Containerdorf von Waldheim Anhänger beider Weltreligionen das Weihnachtsfest.

Interreligiöse Weihnachtsfeier am 24. Dezember im Flüchtlings-Containerdorf Waldheim (v.l.): Sharon Wimmer, Ahmadi Achmad, Dominic Hörlezeder, Barbara Zetka, Matthias Wimmer, Hareth Altmeme und Soja Lameed. Foto: Kapf  |  NOEN, Wolfgang Kapf

Etwa 14 Tage vor Weihnachten besuchte Sharon Wimmer ihren Mann Matthias, der als Quartierbetreuer im Containerdorf Waldheim tätig ist, an seinem Arbeitsplatz.

„Auf dem Rücksitz meines Wagens hatte ich einen Weihnachtsbaum liegen. Als Flüchtlinge ihn sahen, baten sie mich, ihnen den Baum zu geben, damit sie Weihnachten feiern können. Natürlich schenkte ich ihnen den Baum“, berichtet Wimmer.

Und am 24. Dezember um 14 Uhr war es dann soweit: Die Flüchtlinge strömten in den Dorf-Aufenthaltsraum, wo das Ehepaar Wimmer und freiwillige Helfer bereits Heurigengarnituren aufgestellt und die Tische gedeckt hatten.

„Jesus ist für uns genauso wie Mohammed ein Prophet“

„Alle Jahre wieder kommt das Christuskind!“ dröhnte es aus den Lautsprechern eines CD-Players. Nicolas Zetka sorgte mit Weihnachts-CDs für eine stimmungsvolle Umrahmung. Dann wurde das von einigen Flüchtlingsfrauen gekochte Festmenü serviert: Huhn mit Reis. Dazu gab es Salat und Obst.

Es folgte die Bescherung: Alle erhielten je ein Päckchen mit altersgemäßem Inhalt – gespendet von der katholischen Frauenbewegung Seitenstetten, dem Jugendhaus Schacherhof und einigen freiwilligen Helfern. Und bei Klein und Groß, Alt und Jung gab es strahlende Gesichter.

Zur Frage warum ein Moslem zusammen mit Christen Weihnachten feiert, sagte der Iraker Hareth Altmeme: „Für mich ist das ganz normal. Jesus ist für uns genauso wie Mohammed ein Prophet. Und das Wort Gottes ist das gleiche: Egal ob es nun im Koran oder in der Bibel steht!“