Amstetten

Erstellt am 01. Dezember 2016, 04:06

von Hermann Knapp

Amstettner fliegt Helikopter der Polizei. Der 27-jährige Christian Steiner aus Amstetten hat seine Ausbildung zum Hubschrauberpiloten der Polizei abgeschlossen.

Der 27-jährige Amstettner Christian Steiner gehört nach intensiver zweijähriger Ausbildung nun offiziell zum Einsatzpilotenteam der Flugeinsatzstelle Wien.  |  NOEN, (c) BM.I/Storyboard Production

„Schon vor neun Jahren, als ich meine Frau kennengelernt habe, habe ich ihr gesagt, dass ich Pilot werden will“, erinnert sich Christian Steiner, für den bereits in Jugendtagen dieser Beruf ein Wunschtraum war. Am 22. November ist er in Erfüllung gegangen.

Nach intensiver zweijähriger Ausbildung überreichte Innenminister Wolfgang Sobotka Steiner die Berufshubschrauberpilotenlizenz, womit der 27-jährige Amstettner nun offiziell zum Einsatzpilotenteam der Flugeinsatzstelle Wien gehört.

„Am ersten Tag natürlich irrsinnig aufgeregt“

Leicht war der Weg bis dorthin nicht, denn Steiner hatte noch keinerlei Flugerfahrung, als er zum ersten Mal ins Cockpit eines Hubschraubers kletterte. „Es hat nach längerer Zeit wieder eine Ausschreibung gegeben, bei der keine Vorkenntnisse gefordert wurden und diese Chance habe ich ergriffen. Am ersten Tag in der Maschine war ich natürlich irrsinnig aufgeregt.“

Leicht zu fliegen sei ein Hubschrauber nicht, berichtet Steiner. Man brauche dazu viel Feingefühl, weil man gleichzeitig drei unabhängige Steuerelemente bedienen muss. „Mit dem Steuerknüppel kann man die Längs- und Querachse steuern, mit einem Fußpedal den Heckrotor. Und dann gibt es noch einen Hebel, mit dem man dem Rotorsystem mehr oder weniger Leistung gibt. Das zu koordinieren ist anfangs natürlich nicht einfach.“

„Schweben“ ist die schwierigste Übung

Das Schwierigste beim Hubschrauberfliegen seien nicht nur der Start und die Landung, sondern insbesondere die Maschine in der Schwebe zu halten. „Gerade das ist aber bei der Seilbergung einer Person sehr wichtig“, berichtet Steiner. Diese „Königsdisziplin“ der Hubschrauberpiloten ist ihm übrigens derzeit noch verwehrt. Bis er auch diese Einsatzberechtigung erhält, braucht er noch etliche Flugstunden. „Das ist auch gut so, denn für uns junge Piloten gilt es nun Erfahrung aufzubauen.“

Steiner verrichtet seinen Dienst derzeit auf einem FLIR (Forward Looking InfraRed)-Hubschrauber. Dieser verfügt über ein spezielles Kamerasystem, mit dem aus großer Entfernung Luftbilder aufgenommen und in der Nacht auch Wärmebildaufnahmen gemacht werden können. Dies ist bei der Suche nach Vermissten aber auch bei der Fahndung nach Straftätern notwendig.

Rund 250 Stunden im Jahr ist ein Hubschrauberpilot bei der Polizei jährlich in der Luft. Die Einsätze sind oft anspruchsvoll, weil versucht wird, auch unter schwierigen Wetterbedingungen noch zu fliegen. „Wir gehen auch dann in den Einsatz, wenn Privatpiloten nicht mehr starten würden, aber auch uns sind natürlich Grenzen gesetzt, denn Sicherheit steht immer an oberster Stelle. Vieles kann man zwar mit technischem Know-how wettmachen, aber vor allem ist immer vollste Konzentration gefordert.“

Zur Person:

Christian Steiner (27) lebte bis zum 13. Lebensjahr in Waidhofen. Dann übersiedelte die Familie nach Neuhofen, inzwischen wohnt er mit seiner Frau in Amstetten. Im Jahr 2010 begann er mit der Polizeiausbildung und verrichtete von 2012 bis 2014 Streifendienst in Marchtrenk. Im November 2014 startete er die Ausbildung zum Hubschrauberpiloten.