Erstellt am 21. Dezember 2015, 00:00

Der Zimtstern.

 |  NOEN, Symbolbild
Im Winter strahlt am Firmament
so wunderbar nur im Advent
aus braunem Zimt ein kleiner Stern,
der leuchtet zart und süß und fern.
 
Die Zauberformel ist nicht schwer,
es muss zunächst ein Eiklar her:
Mit Zucker schlage dieses pur,
bis es feste steht und nur
ein Hauch Zitrone obend’rein
und die Vanille macht es fein,
dann mische Zimt und Haselnuss
mit Marzipan und Mandelmus.
 
Nun rühre, mixe, knete feste,
lecke, schmecke, nasche Reste.
Noch Plätzchen stechen und hinein
in den warmen Ofen rein.
 
Sind sie fertig, nimm die weiche
Eiermasse und bestreiche
sie damit und mache gerne
obendrauf noch Mandelkerne.
 
Im Winter zieht durch’s Firmament
so wunderbar nur im Advent
ein Duft, so zart, so süß, so fern
von braunem Zimt ein kleiner Stern. 
 

Weih’Nacht

Lichter werfen
            ihre Schatten
durch die Strassen
            weit voraus.
 
Klingen singen
blitzen flitzen
in den Gassen
            saust’s und braust’s.
 
Doch plötzlich steht sie –
steht still
so still
so schwarz und schweiget –
bis mitten aus der tiefen Nacht
 
ein heller Stern       
                                   entsteiget.
 

von Christine Graf

lebt in Köln, wo sie am Institut für Bewegungs- und Neurowissenschaft Abteilung Bewegungs- und Gesundheitsförderung tätig ist.

Zur Aktion:

Am Literaturbewerb des art.experience Festivals 2015 in Baden bei Wien haben sich viele hundert Menschen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Österreich, Deutschland und der Schweiz – mit ihren Kurzgeschichten und Gedichten beteiligt. Die wenigen Finalistinnen und Finalisten haben wir um einen Beitrag für den NÖN-Adventkalender gebeten. Das Ergebnis finden Sie hier Tag für Tag. Es sind schöne, berührende, aber auch anspruchsvolle und verstörende Texte. Wie das Leben und die Menschen so sind, gerade zu Weihnachten.