Erstellt am 03. September 2015, 06:22

von Daniela Führer

E-Carsharing: Ein innovativer Plan. Die Gemeinde Neuhofen/Ybbs erwägt den Ankauf eines E-Autos, das von Bürgern gemeinschaftlich genutzt werden kann.

Die beiden Initiatoren, Gemeinderat Josef Zehetgruber und Umweltgemeinderat Anton Hausberger, hoffen auf reges Interesse am »1. Neuhofner Stromflitzer« als Gemeinschaftsauto. Foto: Gemeinde  |  NOEN, Gemeinde Neuhofen an der Ybbs

Die Ostarrichi-Gemeinde hat aktuell ein ganz besonderes Projekt am Start, das zum einen die Mobilität der Bürger steigern und zum anderen die Umwelt schonen soll.

E-Carsharing lautet das Zauberwort dafür. Das bedeutet, ein Elektroauto könnte schon bald angeschafft werden, das sich 20 bis 30 Gemeindebürger teilen.

„1. Neuhofner Stromflitzer“ bald Realität?

„Wir möchten die Gemeindebürger dazu anregen, über eine Nutzung dieses Autos anstatt ihres Zweitautos nachzudenken. Das Auto wäre aber auch für Bürger ohne eigenes Auto wie Jugendliche oder Vereinsleute geeignet“, erklären die beiden Initiatoren Gemeinderat Josef Zehetgruber und Umweltgemeinderat Anton Hausberger.

Der „1. Neuhofner Stromflitzer“ könnte also schon bald Realität werden, vorausgesetzt, es gibt ausreichend Interesse. Dieses soll am 8. September bei einer Infoveranstaltung erhoben werden. „Da werden wir das Projekt detailliert mit den Interessenten besprechen und sie können das E-Auto, einen Renault Zoe, auch gleich ausprobieren“, erklären Zehetgruber und Hausberger.

Funktionieren würde das E-Carsharing folgendermaßen: „Die Nutzer leisten einen Jahresbetrag von 150 bis 200 Euro. Für jede Stunde, in der sie das Auto nutzen, fallen noch zusätzlich ein bis zwei Euro Gebühr an“, erklärt Bürgermeister Gottfried Eidler.

Er ist überzeugt davon, dass sich das Modell für Menschen, die wenig fahren oder das Auto als Zweitwagen nutzen würden, rechnet: „Wenn man durchschnittlich von einer halben Stunde Nutzung pro Tag ausgeht, dann belaufen sich die Kosten inklusive Jahresbetrag in etwa auf etwa 400 Euro. Und man hat keine Kosten für Benzin, Service, Reparaturen oder einen Garagenplatz“, rechnet er vor.

Mehr als 20 Personen sollten dabei sein

Jeder Teilnehmer am E-Carsharing würde eine Karte erhalten. Der Schlüssel zum Pkw steckt, mittels Karte könne man das Auto aufsperren.

Um die Nutzungszeiten zu regeln, müssten die Nutzer ihre „Buchung“ online reservieren – über den PC oder das Smartphone. Der Strom kommt umweltfreundlich von der hauseigenen Photovoltaik-Anlage.

Ob dieses umweltfreundliche Projekt, das übrigens in anderen Orten in NÖ – beispielsweise in Gaubitsch – schon mit Erfolg läuft, auch tatsächlich umgesetzt wird, zeigt sich bald.

„Wir werden nun schauen, wie viele Interessenten es gibt. Würden weniger als 20 Personen am E-Carsharing teilnehmen, rechnet sich das Modell nicht. Bei über 40 könnte man es nicht mehr sinnvoll gestalten, dann könnte man aber die Anschaffung eines zweiten E-Autos in Betracht ziehen“, erklärt Eidler.