Erstellt am 25. September 2015, 15:18

von Hermann Knapp

Ein Ort der Geborgenheit, der Würde, des Lebens. Hilde Umdasch Haus nimmt mit Oktober den Betrieb auf. Das neuartige Wohn- und Pflege-Modell bietet zehn Plätze zur Betreuung von schwer kranken Kindern und Jugendlichen.

Bild: Im Hof des HILDE UMDASCH HAUSES: v.l.n.r. Natalie Lottersberger, Hilde Umdasch und Landesrätin Barbara Schwarz.  |  NOEN, zVg
„Es gab jemanden, der etwas tun wollte und jemanden, der etwas tun konnte und darum stehen wir heute hier im  HILDE UMDASCH HAUS“, sagte Natalie Lottersberger, Geschäftsführerin der Malteser Kinderhilfe  Freitagmittag bei der Eröffnung des neuen Gebäudes.

Lottersberger selbst hatte die Idee und Hilde Umdasch hatte das Herz und die Mittel um das Projekt zu verwirklichen. Das Haus bietet zehn stationäre Pflegeplätze für schwer kranke Kinder und Jugendliche, die eine lebensverkürzende Diagnose haben und bei denen hochkomplexer Pflegebedarf gegeben ist.

Erste derartige Einrichtung in Österreich

Eltern die ihre Kinder selbst pflegen und einmal Erholung benötigen, können sie für ein paar Wochen im Haus unterbringen und wissen sie dort gut und professionell betreut.  „Wenn die Pflege zu Hause durch die Situation der pflegenden Angehörigen, die Komplexität des Pflegebedarfs, die Beengtheit der Räumlichkeiten oder andere bedeutende Umstände nicht mehr möglich ist, kann das Kind beziehungsweise der Jugendliche aber auch ständig im HILDE UMDASCH HAUS leben", sagt Lottersberger.

Ebenso willkommen sind Kinder, die Palliativpflege benötigen, sowie ihre Eltern, wenn sie sich dazu entschließen, ihre letzten gemeinsamen Tage im Haus zu verbringen. Fallen pflegende Angehörige durch Krisen aus (z.B. durch eigene Erkrankung), bietet das HILDE UMASCH HAUS mit einem Bedarfskrisenplatz schnell und unkompliziert die Möglichkeit, das Kind aufzunehmen. Es ist übrigens die erste derartige Einrichtung in Österreich.

Am 1. Oktober geht das Haus in Betrieb

Hilde Umdasch selbst, die das Haus aus Mitteln ihrer Privatstiftung finanziert hat, war es wichtig, dass es kein Spitalsflair verströmt sondern für die Kinder eine Ort des Lebens ist, der Geborgenheit, Ruhe, Versorgung und Würde. Von jedem der zehn Zimmer aus hat man freien Blick auf den Garten, es gibt einen Spielplatz, einen Streichelzoo und vieles mehr. Auch ein eigener konfessionsloser Andachtsraum wurde geschaffen.

Errichtet wurde die Anlage in einer Rekordbauzeit von nur neun Monaten. Am 1. Oktober nimmt das Haus den Betrieb auf. Vier Kinder werden im Laufe des Oktobers einziehen. Lottersberger rechnet damit, dass bis Ende des Jahres alle Zimmer belegt sein werden. Ein Team von rund 20 Mitarbeitern kümmert sich um das Wohl der Kinder.

Die Kosten für den Betrieb übernehmen zum Teil die Eltern (Pflegegeld) und das Land NÖ, aber auch Spendenmittel werden dafür nötig sein. Betrieben wird die Einrichtung von der Malteser Kinderhilfe.

Wichtiger Termin: Alle die sich über das Haus informieren und es besichtigen wollen, haben am Samstag, 3. Oktober, bei einem Tag der offenen Tür dazu Gelegenheit.