Erstellt am 23. Februar 2016, 04:54

von Sabine Hummer

Entwarnung um Asylheim im Swingerclub. Interventionen waren erfolgreich. Kein Großquartier im Ramingtalerhof, maximal 20 Personen werden im Swingerclub einquartiert, falls keine anderen Wohnungen gefunden werden.

Maximal 20 Asylwerber könnten laut Zusage des Landes im Ramingtalerhof einquartiert werden. Aktuell wäre das ehemalige Gasthaus aber noch nicht bezugsfertig. Foto: Hummer  |  NOEN, Hummer

„Es hat funktioniert“, freut sich Bürgermeister Karl Josef Stegh. Wenige Tage nach den Schlagzeilen um ein eventuelles Großquartier im Ramingtalerhof kann der Ortschef bereits Entwarnung geben.

„Das Land war sehr verständnisvoll für unsere Situation“

„Unsere Bemühungen waren erfolgreich. Das Land war sehr verständnisvoll für unsere Situation und hat zugesagt, dass es definitiv kein Massenquartier im Ramingtalerhof geben wird. Es ist noch nicht einmal gewiss, ob der ehemalige Gasthof überhaupt als Flüchtlingsherberge benötigt wird. Wenn, dann werden hier aber maximal 20 Personen einquartiert“, informiert Stegh, der einen wahren Marathon hinter sich hat.

Mit großem Engagement – unzähligen Telefonaten, Gesprächen und Fahrten – hat sich der Bürgermeister mit Erfolg um einen positiven Ausgang der Causa bemüht.

Zur Vorgeschichte: Der Ramingtalerhof in Kleinraming, in dem bis zuletzt ein Swingerclub untergebracht war, stand im Gespräch, als Großquartier für bis zu 60 Asylwerber herangezogen zu werden. Während der Besitzer parallel den Verkauf der Immobilie anstrebt, wurde das Lokal auch vom Zuständigen des Landes Niederösterreich für Asylquartiere begutachtet.

„Würde es in allen Gemeinden diese
Bemühungen geben, wären die
Diskussionen gar nicht nötig.“
Bundesrat Andreas Pum

Daraufhin hat Bürgermeister Stegh in Kooperation mit dem Behamberger Gemeinderat, Bürgermeisterin Annemarie Wolfsjäger aus St. Ulrich/Steyr und Direktorin Siegrid Wörfel von der Landwirtschaftlichen Fachschule, die schräg gegenüber des Ramingtalerhofes angesiedelt ist, die Initiative ergriffen.

Um das Vorhaben bereits im Keim zu ersticken, hat man gemeinsam alle Hebel in Bewegung gesetzt und um Unterstützung von Landeshauptmann Erwin Pröll und Landeshauptmann Josef Pühringer (OÖ) gebeten.

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Auch in Bundesrat Andreas Pum fand Stegh einen Mitstreiter. „Er hat persönlich bei der Flüchtlingsstelle des Landes vorgesprochen, sich für unsere Anliegen eingesetzt und somit auch zum Erfolg beigetragen“, dankt Stegh dem VP-Politiker.

Für Bundesrat Andreas Pum (Foto unten) lag sein Einsatz gegen ein Großquartier auf der Hand: „Vor allem die Nähe zur Landwirtschaftlichen Fachschule steht dazu im Widerspruch. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass es in Behamberg bereits Asylwerber gibt und man bestrebt ist, auch weitere Kleinquartiere anzubieten. Würde es in allen Gemeinden derartige Bemühungen geben, wären die Diskussionen gar nicht nötig“, stellt Pum fest.

Vor allem der Umstand, dass es in Behamberg bereits gelebte Integration von Flüchtlingen gibt und noch weitere Kleinquartiere gesucht werden, war ausschlaggebender Grund, warum der Ramingtalerhof vorerst doch nicht zur Debatte steht.

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„Wir haben einige Wohnungen im Visier und bereits Zusagen von den Besitzern“, betont Stegh. „Außerdem ist der Ramingtalerhof derzeit sowieso nicht bezugsfertig und käme laut Land in den nächsten drei bis vier Monaten nicht als Asyl-Quartier in Frage.“

Mit dem Land wurde weiters ausgehandelt, dass – wie bisher gehandhabt – bevorzugt Familien aufgenommen werden. „Damit können wir unseren, bis dato sehr erfolgreichen Weg der Integration fortsetzen“, hofft der Bürgermeister, dass nun der spürbare Widerstand in der Bevölkerung nachlässt.