Erstellt am 19. Oktober 2015, 12:16

von Hermann Knapp und Daniel Lohninger

Ethische Alternativbank als Bank der anderen Art. Geldinstitut, das nicht gewinnorientiert ist und Gemeinwohl fördern will. Konzept wird am 20. Oktober im Rathausaal vorgestellt.

Die ATTAC-Regionalgruppe Mostviertel-West und die Katholische Arbeitnehmerbewegung unterstützen die Gründung der Gemeinwohlbank und laden zum Informationsabend in den Rathaussaal ein. Im Bild: Veronika Pferzinger, Eugen Karel, Peter Wagner, Franz Ramoser, Leopold Sonnleitner, Seifenblasenstraßenkünstler Daniel Floss, Gerhard Malleck und Ingrid Hinterleitner. Foto: Wolfgang Zarl  |  NOEN, Wolfgang Zarl

Eine Bank, die nicht gewinnorientiert ist und ausschließlich den Menschen dient: Das ist der Anspruch, mit dem ein Team rund um Genossenschaftsvorstand Robert Moser im nächsten Jahr die erste ethische Alternativbank Österreichs gründen wird.

Mittlerweile haben sie bereits 1,5 Millionen Euro an Startkapital und 1.500 Genossenschafter beisammen. 2016 soll sie gegründet werden. Diese Woche wird das Konzept nun auch in Amstetten präsentiert.

Geld gibt's nur bei hohem Gemeinwohl-Faktor

„Die Bank stellt nicht Maximierung von Gewinn, sondern des gesellschaftlichen Gemeinwohls in den Fokus ihrer Tätigkeit“, erklärt NÖ-Koordinator Martin Stifter den Unterschied zu etablierten Geldinstituten. Spekulation und Finanzprodukte gehören ebenso wenig zum Konzept wie hohe Managergehälter.

Und anstelle von Aktien, Swaps und komplexen Finanzprodukten gibt es nur die Basics des Bankwesens – also Sparen, Kredite und Zahlungsverkehr. Geld kriegt nur, wer einen hohen Gemeinwohl-Faktor nachweisen kann, bevorzugt werden also Investitionen in Ökologie, Biolebensmittel, Bildung, erneuerbare Energie, Kultur etc.

Die ATTAC-Regionalgruppe Mostviertel-West und die Katholische Arbeitnehmerbewegung unterstützen dieses Projekt und laden daher am Dienstag, 20. Oktober, um 19 Uhr zu einem Informationsabend in den Rathaussaal ein.

Mit 200 Euro wird man Genossenschafter

Vertreter der Bank werden dabei das Konzept präsentieren und natürlich auch Fragen beantworten. Wer Genossenschafter werden will, der muss zumindest 200 Euro aufbringen.

„Uns geht es allerdings nicht darum, aktiv Werbung für die Gemeinwohlbank zu machen, sondern einfach darüber informieren, dass es sie gibt und wie das dahinterliegende Konzept lautet“, sagt der Diözesansekretär der Katholischen Arbeiterbewegung, Erwin Burghofer.

Der Sozial- und Wirtschaftsethiker Markus Schlagnitweit geht an diesem Abend dem Begriff „Gemeinwohl“ nach: Was ist das eigentlich?