Erstellt am 29. Dezember 2015, 04:28

von Hermann Knapp

Fahrgast-Frequenz ist nicht berauschend. CityBus wurde ins Aufgabengebiet der Stadtwerke übertragen. Ziel: Passagierzahl erhöhen, Abgang vermindern.

Durchschnittlich 1,6 Passagiere pro Fahrt ist keine zufriedenstellende Auslastung des Amstettner Citybusses. Die Stadt sucht nach Wegen, um den öffentlichen Verkehr attraktiver zu machen. Foto: Anton Kovacs  |  NOEN, Anton Kovacs

Eine knifflige Aufgabe bekamen SP-Wirtschaftsstadtrat Laurentius Palmetshofer und Stadtwerkechef Robert Simmer vom Gemeinderat übertragen. An ihnen wird es im kommenden Jahr liegen, die Attraktivität des City-Busses zu erhöhen und dadurch den Abgang für die Stadt in Höhe von rund 800.000 Euro zu vermindern.

Service für Bürger soll verbessert werden

„Derzeit kommen auf jede Fahrt des Citybusses umgerechnet 1,6 Fahrgäste, wobei es natürlich Linien gibt, die besser ausgelastet sind als andere. Auf jeden Fall haben wir aber Handlungsbedarf und müssen den Amstettnern und Amstettnerinnen die Vorteile des öffentlichen Verkehrs stärker ins Bewusstsein rufen“, sagt Palmetshofer.

Da die Stadtwerke auch schon die Parkraumbewirtschaftung in ihrem Aufgabenbereich haben, sei es nur logisch gewesen, ihnen nun auch noch den öffentlichen Personenverkehr zu übertragen.

„Da geht es allerdings rein um die wirtschaftlichen Aspekte. Wie die Linienführung ist, wie viele Busse fahren etc., darüber wird natürlich weiterhin die Politik entscheiden. Das muss im Verkehrsausschuss diskutiert werden“, betont Palmetshofer.

Verbessern will man künftig vor allem das Service für die Bürger. Daher wird im Stadtwerkehaus eine Anlaufstelle für die Bevölkerung für alle den Citybus und das CityAst betreffenden Fragen eingerichtet.

Öffentlicher Verkehr nie kostendeckend

Palmetshofer erinnert daran, dass die Stadtwerke es ja geschafft haben, der Bestattung Tempora wirtschaftlich auf die Beine zu helfen, nun soll dieses Kunststück auch beim Citybus gelingen. „Wobei aber klar ist, dass der öffentliche Verkehr nie kostendeckend geführt werden kann, das ist wie beim Hallenbad. Unser Ziel ist es aber, ihn attraktiver zu machen und die Zahl der Fahrgäste zu steigern“, sagt Palmetshofer.

Eine Werbekampagne für den Stadtflitzer ist bereits angelaufen. Ein halbes Jahr geben sich der Wirtschaftsstadtrat und Stadtwerkechef Simmer nun Zeit, um ein Konzept zu entwickeln. „Wir werden uns alles genau anschauen und natürlich auch die Linien analysieren“, sagt Palmetshofer.

Ein wichtiges Thema wird 2016 auch die Einbindung der Ortsteile mittels CityAst sein. „Ulmerfeld-Hausmening-Neufurth hat bei den Einwohnern kürzlich die 5.000er-Grenze überschritten. Es ist nur vernünftig, das öffentliche Verkehrsnetz auszubauen.“

Interessanter Aspekt: Obwohl die Stadtwerke im Jahr 2016 rund 800.000 Euro Abgang für den Citybus in ihrem Budget ausweisen müssen, wird alle Geschäftsfelder zusammengenommen dennoch ein Gewinn von etwa 320.000 Euro erwartet.

Wie steht die NÖN.at-Community zum Thema? Einfach bei unserer Umfrage abstimmen!