Erstellt am 26. Januar 2016, 01:38

von Claudia Stöcklöcker

„Falsches“ Geständnis im Schnaps-Rausch. Eine Flasche Himbeerschnaps trank ein 39-Jähriger und gestand dann vor Polizisten einen 33.000-Euro-Coup.

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„Nehmen Sie mich mit. Ich bin der große Verbrecher, ich habe es gemacht“, gestand ein 39-Jähriger aus dem Bezirk vor Polizisten, Bares gestohlen zu haben. Nun sitzt der Beschäftigungslose im Prozess am Landesgericht wegen schweren Diebstahls vor dem Richter.

Mittlerweile hat er es sich anders überlegt ...

33.000 Euro verschwanden aus dem Haus eines Bekannten des Angeklagten und ob seines Geständnisses landete der 39-Jährige wegen schweren Diebstahls auf der Anklagebank. Mittlerweile hat er es sich anders überlegt und will die Tat doch nicht begangen haben.

Erhebliche Zweifel an der Täterschaft des Angeklagten hat ein Polizist. „Die ganze Geschichte von dem Diebstahl ist mir komisch vorgekommen. Ich hab’ mich gefragt, woher das vermeintliche Opfer überhaupt so viel Geld haben sollte. Sein Haus ist ja völlig verkommen“, sagt er vor Richterin Doris Wais-Pfeffer.

„Alkohol spielte keine unwesentliche Rolle“

Nüchtern soll der Angeklagte zum Zeitpunkt seines Geständnisses keineswegs gewesen sein. Eine Flasche Himbeerschnaps soll er davor konsumiert haben.

„Es handelt sich hier um ein Strafverfahren der besonderen Art. Bei dem Geständnis spielte Alkohol keine unwesentliche Rolle. Mein Mandant hat schon viel Blödsinn gemacht, aber noch nie eine Tat gegen fremdes Vermögen und den Diebstahl hat er nicht begangen“, meint der Verteidiger und bittet um Freispruch.

Dieser Meinung schließt sich die Richterin an. Den 39-Jährigen spricht sie frei. Das Urteil ist rechtskräftig.