Erstellt am 04. September 2016, 05:57

von Hermann Knapp

Schule am Bauernhof: Kuh säuft täglich eine Badewanne. Bei der Amstettner Familie Pfaffeneder können Kinder die Arbeit der Bauern kennenlernen und erfahren, wo die Milch herkommt.

Die Familie Pfaffeneder lädt ein, auf ihrem Bauernhof die Arbeit in der Landwirtschaft kennenzulernen (v.l.n.r.): Michaela, Josef, Simon und Patrick Pfaffeneder mit EU-Stadtrat Anton Geister. Foto: Knapp  |  Knapp

Die Situation der Bauern in der Region ist derzeit alles andere als einfach. Die Preise sind im Keller und die Betriebe leben von der Substanz. Importe aus dem Ausland führen dazu, dass die Lebensmittel-Eigenversorgungsquote im Land sinkt. Gerade deshalb ist es der Familie Pfaffeneder ein besonderes Anliegen die Bevölkerung auf den Wert und die Qualität heimischer Produkte hinzuweisen – und das von klein auf.

Quiz soll kleinen Gästen Wissenswertes beibringen

Michaela Pfaffeneder hat bei der Landwirtschaftskammer eine Ausbildung absolviert und bietet seit dem Vorjahr die „Schule am Bauernhof“ an. Einen halben Tag lang nimmt sie sich Zeit, Kindern im eigenen Betrieb die Arbeit in der Landwirtschaft näher zu bringen. „Die Kinder wissen ja oft nicht einmal mehr, wo die Milch, die ihre Eltern im Supermarkt kaufen, herkommt, und sind dann natürlich von den Kühen und vom Melken sehr fasziniert“, berichtet die engagierte Bäuerin.

Sie veranstaltet auch immer ein Quiz, um ihren kleinen Gästen manches Wissenswerte beizubringen. So erfahren die Kinder etwa, dass eine Kuh täglich rund 100 Liter Wasser säuft. „Und da sie sich unter dieser Menge nichts vorstellen können, erkläre ich ihnen dann, dass das ungefähr eine volle Badewanne ist.“

Milch schmeckt viel besser als zu Hause

Die Kleinen lernen auch, dass eine Kuh 25 bis 30 Liter Milch am Tag gibt und sie dürfen sie auch kosten. „Weil sie ja noch nicht entrahmt und entfettet ist, sind sie immer ganz begeistert, wie gut sie schmeckt“, erzählt Pfaffeneder. Auch Butterschlagen dürfen die Kleinen und diese auf einem Brot dann gleich selbst verzehren. „Die Kinder und auch die Begleitpersonen und die Lehrer waren bisher immer hellauf begeistert“, sagt die Bäuerin.

Sie lädt vor allem die Volksschulen, aber auch Kindergärten der Umgebung ein, im kommenden Schuljahr einen Besuch auf ihrem Bauernhof einzuplanen. „Das Problem ist oft die Anreise, weil Busse teuer sind. Aber vielleicht lässt sich ein halber Tag Schule am Bauernhof ja mit einem Wandertag verbinden“, rät die Landwirtin.

Die Familie Pfaffeneder hat rund 30 Milchkühe, betreibt aber auch eine Rindermast und eine Kalbinnenaufzucht. Insgesamt leben rund 80 Tiere im modern eingerichteten Stall, der ihnen ausreichend Bewegungsfreiheit garantiert. Die Pfaffeneders bewirtschaften 29 Hektar. Drei Generationen sind am Bauernhof zu Hause. Die Großeltern helfen noch fleißig mit. Der 17-jährige Sohn absolviert gerade seine Ausbildung im Mostviertler Bildungshof.