Erstellt am 06. Mai 2016, 04:44

von Daniela Führer

Fernrohr-„Austausch“: Von „Wickie“ inspiriert. Per Funk und Fernrohr können sich Besucher ab 19. Juni am Kollmitzberg mit jenen auf der Gobiwarte austauschen – eine lang gehegte Idee von Bürgermeister Pressl.

Greins Bürgermeister Rainer Bart (l.) und Ardaggers Bürgermeister Hannes Pressl machen es vor: Ab 19. Juni heißt es auf der Gobiwarte in Grein und am Kollmitzberg in Ardagger »Zaumschaun und zaumruafa«. Gerne würden die Bürgermeister dafür alte Telefonzellen an den Standorten installieren und appellieren daher an die NÖN-Leser: »Wenn jemand weiß, woher man solche Telefonzellen bekommt, bitte melden!«. Foto: Fotomontage/Hudler  |  NOEN, Fotomontage/Hudler
Alle vier Jahre findet das Viertelfestival im Mostviertel statt. Alle vier Jahre werden dafür Kunst- und Kulturprojekte zum Leben erweckt, die oft aus lang gehegten Visionen entstehen – wie im Fall von Kollmitzberg.

„Zaumschaun – zaumruafa“ als Projekt

Hier ist es konkret die Idee von Bürgermeister Hannes Pressl persönlich, die im Rahmen des Viertelfestivals ab 19. Juni realisiert wird.

„Als ich ein Kind war, habe ich einmal in der TV-Serie ‚Wickie und die starken Männer‘ eine Szene gesehen, die hat mich fasziniert. Seitdem träume ich davon, so eine Aktion umzusetzen“, verrät der Bürgermeister und erklärt schmunzelnd: „Wickie und seine Freunde haben dabei ihre Schilder umgedreht, auf denen Spiegel montiert waren. Mit dem abgegebenen Lichtsignal haben sie die große Gefahr gebannt.“

Die ursprüngliche Vorstellung, große Parabolspiegel am Kollmitzberg anzubringen, um damit umliegende Orte und Wahrzeichen beleuchten zu können, stellte sich jedoch als zu schwierig und auch gefährlich heraus.

Gemeinsam mit Grein im Nachbarbundesland Oberösterreich, mit der die NÖ Donaugemeinde Ardagger schon mehrfach grenzenverbindende Projekte im Rahmen des Viertelfestivals (Brückenfest 2008, Donaufest 2012) ausgerichtet hat, wird aber bald ein Projekt unter dem Titel „Zaumschaun – zaumruafa“ realisiert, das durchaus an die Idee des schlauen Wickingerjungen angelehnt ist.

Telefonzellen an beiden Orten überlegt

An die Stelle von Lichtsignalen treten Funk und Fernrohr, die die beiden Standorte bei der Gobiwarte (Grein) und am Kollmitzberg (Ardagger) verbinden.

„Man kann über das Fernrohr zaumschaun und per Funk zaumruafa. In den Rufstationen drückt man einen Knopf und drüben geht ein Signal los, wenn jemand da ist, hebt er ab. So können zufällige Kontakte entstehen, wir schaffen eine Verbindung zwischen den Ländern und lustig ist es obendrein auch. Man kann sich ja vorher anschauen, wen man drüben anruft“, erklärt Hannes Pressl lachend.

Überlegt wird auch, alte Telefonzellen in der Projektlaufzeit von Mitte Juni bis Anfang September an beiden Standorten aufzustellen. Nur sind diese Telefonzellen nicht einfach zu organisieren, daher richtet Bürgermeister Pressl einen Appell an die NÖN-Leser: „Wenn jemand weiß, woher man solche Telefonzellen bekommt, bitte melden!“ (E-Mail: buergermeister@ardagger.gv.at)

Beim Eröffnungsfest am 19. Juni werden übrigens auch Leuchtfeuer, wie sie früher verwendet wurden, auf beiden Bergen entzündet.