Ferschnitz

Erstellt am 06. Juli 2017, 05:10

von Peter Führer

Ortsbild: „Projekt für die nächsten 20 Jahre“. Wie das Ferschnitzer Ortsbild künftig aussehen könnte, präsentierte Architektin Andrea Hilmbauer der Bevölkerung.

Bürgermeister Michael Hülmbauer bedankte sich bei Andrea Hilmbauer für ihr Engagement mit einem Blumenstrauß.Steiner  |  Philipp Steiner

Zahlreiche interessierte Gemeindebürger fanden sich im Gasthaus Affengruber ein, um einen Blick in die mögliche Ferschnitzer Zukunft zu erhaschen. Dort präsentierte Andrea Hilmbauer, die kurz zuvor ihr Architekturstudium abgeschlossen hatte, ihre Ideen für ein modernes Ortsbild.

Bürgermeister Michael Hülmbauer bedankte sich bei Hilmbauer für die intensive Arbeit. „Bei den Plänen handelt es sich um Visionen für Ferschnitz 2030. Wir wollen eine lebenswerte Gemeinde bleiben und dafür müssen wir längerfristig denken, auch wenn bei den Ideen vielleicht das eine oder andere Tabu gebrochen wird. Es ist allerdings noch nichts fix, man kann über alles diskutieren“, betonte Ortschef Hülmbauer.

Perneder-Haus stand am Anfang aller Planungen

Andrea Hilmbauer bedankte sich bei der Ferschnitzer Bevölkerung für die große Unterstützung und streute den Besuchern Rosen: „Es ist nicht selbstverständlich, dass man mit so einer engagierten Gemeinde arbeiten kann und auf offene Ohren stößt.“

Sie gab einen Überblück über die von ihr erarbeiteten Vorschläge für die Ortskernentwicklung, wobei diese „nichts ist, was jemals abgeschlossen ist“. Zu Beginn der Planungsarbeiten stand das Perneder-Haus, in dem das Ideenbüro entstanden ist. Mittels Fragebögen und Gesprächen, die dort ausgewertet wurden, schaffte man die Grundlagen für die Ortskernentwicklung. „Heute präsentiere ich das Destillat dieser Vorschläge“, betonte Hilmbauer.

Kaffeehaus und Raum für die Landjugend

Die Architektin hielt die verschiedenen Bedürfnisse nach einem Treffpunkt – etwa einem Kaffeehaus –, nach mehr Wohnraum oder einem Vereinstreffpunkt fest und arbeitete sie in das Konzept für das Perneder-Haus ein. Der Bevölkerung präsentierte sie einen Grundriss, wie das Gebäude künftig aussehen könnte. Darin enthalten: ein Kaffeehaus im Nordteil, ein Landjugend-Klubraum im Südteil und im Obergeschoß Single-Wohnungen mit einer Größe zwischen 29 und 59 Quadratmetern.

Das Perneder-Haus war nur der Ausgangspunkt, denn danach präsentierte Hilmbauer Vorschläge für die Neugestaltung des Wegenetzes, die Schaffung neuer Parkplätze, die Erweiterung des Friedhofareals und den Bau eines Pfarrzentrums. Die Schulstraße könnte zu einem „Bildungsweg“ werden. Auch mehr Grünflächen im Bereich der Schulen könnten entstehen. Die Architektin brachte es auf den Punkt: „Diese Ideen sollen zeigen, wie viel Potenzial noch in Ferschnitz schlummert.“

„Mir ist bewusst geworden, auf was für einem Schatz ihr hier sitzt.“Andrea Hilmbauer zum Abschluss ihres Vortrages

Nach der Präsentation gab es für die vielen Besucher die Gelegenheit zur Diskussion, bei der auch Fragen bezüglich möglicher Umfahrung und Parkplatzsituation besprochen wurden. In Stein gemeißelt sei nichts, wie Bürgermeister Michael Hülmbauer betonte: „Es lässt sich sicher einiges entwickeln. Das Projekt ist auf etwa 20 Jahre angelegt. Einige Teile sind leichter umzusetzen, bei anderen wird es schwieriger. Beim Perneder-Haus werden wir aber bald Nägel mit Köpfen machen. Das soll 2020 voll im Laufen sein.“

Nachdem die offenen Fragen beantwortet waren, bedankte sich Andrea Hilmbauer zum Abschluss noch einmal bei den Ferschnitzern für die Unterstützung und unterstrich ihr positives Bild von der Ortschaft: „Je mehr ich in Ferschnitz gearbeitet habe, desto mehr ist mir bewusst geworden, auf was für einem Schatz ihr hier sitzt.“