Erstellt am 14. Mai 2016, 05:34

von Wolfgang Kapf

Flüchtlinge sind sehr aktiv. Containerdorf-Betreuer fördern Beschäftigung und Integrationsprojekte. Am 27. Mai gibt es ein großes „Multi-Kulti-Fest“.

Stolz auf das gelungene »Hochbeet-Projekt«: Youssef Mattini (2.v.l.) und Kitti Kiss mit einigen von ihnen betreuten minderjährigen Flüchtlingen im Containerdorf Mauer. Foto: Wolfgang Kapf  |  NOEN, Wolfgang Kapf

„Es ist Routine eingekehrt. Die Deutschkurse brachten deutliche sprachliche Verbesserungen. Die Grundversorgten sind viel selbstständiger geworden und brauchen weniger Hilfe von uns Betreuern,“ fasst Kitti Kiss die aktuelle Lage in den beiden Amstettner Containerdörfern zusammen.

Da Kiss seit einiger Zeit zusätzlich auch für die SLC-Flüchtlingsunterbringungen in Herzogenburg und Krems zuständig ist, wurde die unmittelbare Leitung von Mauer und Waldheim an Sarah Kaspurz, Lebens- und Sozialberaterin aus Böhlerwerk, übertragen.

Sexualpädagogik-Kurs, Gärtnern, Kunst und Sport

„Für die 45 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in Mauer gab es kürzlich einen zweitägigen Sexualpädagogik-Kurs mit Experten aus St. Pölten. Es ging dabei nicht nur um Krankheiten und Verhütung, sondern auch um das Benehmen im Schwimmbad und Frauen gegenüber,“ berichtet Kiss.

Und weiter: „In den letzten Wochen haben die Jugendlichen gelernt, Hochbeete anzulegen, mit Kräutern zu bepflanzen und zu pflegen. Geplant ist nun die Errichtung eines kleinen Stalles für vier Hühner. Ab Mai nehmen einige Jugendliche mit Bildern und Draht-Skulpturen an einem Amstettner Kunstprojekt teil. Andere sind in Vereinen sportlich aktiv, wo sie Taekwondo trainieren sowie Basketball und Fußball spielen.“

Und alle 150 Flüchtlinge von Mauer und Waldheim beteiligen sich an den bereits laufenden Vorbereitungen für den großen „Multi-Kulti-Tag“ am 27. Mai in Mauer, der als „Frühlingsfest“ mit kulinarischen Köstlichkeiten, Musik und Tanz geplant ist. „Damit wollen sich die Betreuer und die Containerdorf-Bewohner für die Integration in der Gemeinde und für die tolle Unterstützung durch die ehrenamtlichen Helfer bedanken,“ erklärt Kitti Kiss.