Erstellt am 20. Oktober 2015, 06:02

von NÖN Redaktion

Flüchtlinge: Viele wollen mithelfen. Ortsvorsteher lud zu „Abend des Ehrenamtes“, rund 50 Bürger kamen. Steuerungsgruppe soll die Hilfe koordinieren.

Beim Abend des Ehrenamtes: Vizebürgermeisterin Ulrike Königsberger-Ludwig, Bürgermeisterin Ursula Puchebner, Ortsvorsteher Anton Ebner, mit Vertretern verschiedener Vereine und Organisationen und engagierten Freiwilligen. Sie alle wollen die Flüchtlinge beim Eingewöhnen unterstützen. Foto: Stadtgemeinde  |  NOEN, Stadtgemeinde Amstetten

Die geplante Unterbringung von Asylwerbern auf dem Gelände des Landesklinikums Mauer und im Betriebsgebiet Greinsfurth (Bundesforsteareal) ruft auch viele Amstettner und Amstettnerinnen auf den Plan, helfen zu wollen.

„Es war eine sehr kreative Runde“

Aufgrund zahlreicher Anfragen lud Ortsvorsteher Anton Ebner daher in der Vorwoche zu einem „Abend des Ehrenamtes“ in die Ortsvorstehung ein. Mehr als 50 Bürger kamen, um mit den Vertretern der Firma SLC Europe als Quartiergeber, der Diakonie sowie der Initiative „Willkommen Mensch“ und dem Verein „SüdFilmfest“ gemeinsam die Rahmenbedingungen für ein ehrenamtliches Engagement zu erarbeiten.

„Es war eine sehr kreative Runde. Wir haben Arbeitsgruppen benannt, die sich mit den verschiedenen Lebensbereichen beschäftigen, in denen die Flüchtlinge Hilfe benötigen werden. Bildung, Spracherwerb, Hilfestellung bei Amtswegen, Mobilität, interkulturelle Vielfalt, Begegnung, Freizeit und Sport sind natürlich Kernthemen“, sagt Vizebürgermeisterin Ulrike Königsberger-Ludwig. Es wurden an diesem Abend auch Gruppensprecher benannt.

Um in der Folge die bestmögliche Zusammenarbeit der Ehrenamtlichen mit den Mitarbeitern der Firma SLC und der Diakonie zu gewährleisten, wird außerdem eine Steuerungsgruppe eingesetzt. Deren Mitglieder werden aber erst in einer zweiten Sitzung bestimmt.

Bürgermeisterin Ursula Puchebner freut sich sehr über die vielen hilfsbereiten Bürger und Bürgerinnen: „Amstetten zeigt damit, dass es ein großes Herz für Schutzsuchende hat: Bereits am ersten Abend ist hier sehr wertvolle Vorarbeit geleistet worden“.

Gutes Netzwerk ist sehr wichtig

Das sieht auch Ortsvorsteher Anton Ebner so. Er will gut vorbereitet sein, wenn die Flüchtlinge eintreffen. „Es ist wichtig, ein gutes Netzwerk zu schaffen, um die nötigen Informationen rasch fließen lassen zu können. Wir wollen ja nicht am tatsächlichen Bedarf der Menschen vorbei arbeiten und Doppelgleisigkeiten möglichst vermeiden“, sagt der SP-Politiker.

Erste Termine für die Entgegennahme von Sachspenden gibt es bereits (siehe weiter unten).

x  |  NOEN, Heribert Hudler

Ab dem 21. Oktober werden in drei Ankunftsphasen 45 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Alter bis 18 Jahren in Mauer einquartiert. Dann kommen noch 45 weitere Personen, hauptsächlich Familien mit Kindern. „Es werden vorrangig Menschen aus Syrien und Afghanistan sein“, berichtet der Vertreter der Firma SLC, Georg Grassberger.

Die minderjährigen Flüchtlinge werden in Gruppen zu je 15 Personen aufgeteilt. Für ihre Betreuung stehen Sozialpädagogen zur Verfügung. „Wesentlich für alle Schutzsuchenden, die zu uns kommen, ist der Spracherwerb“, betont Grassberger, der aber auch darauf verweist, dass es natürlich klare Regeln des Zusammenlebens in den Containerdörfern geben wird, auf deren Einhaltung man großen Wert lege.

Zudem werden den Flüchtlingen natürlich auch die Regeln der Gesellschaft, in der sie aufgenommen werden wollen, nahegebracht. Denn nur wenn sie diese beachten, kann Integration letztlich gelingen.


Sachspenden sind erbeten

AMSTETTEN | Für die Flüchtlinge werden benötigt: Winterkleidung, aber auch Hygieneartikel und Fahrräder. Abgabemöglichkeit: 24.10., 31.10., 7.11. und 14.11., jeweils 9–15 Uhr.

An diesen vier Samstagen werden Spenden im Gebäude der ehemaligen Gärtnerei im Landesklinikum entgegengenommen.


Containerdorf ist schon bereit

MAUER | Das Containerdorf auf dem Gelände des Landesklinikums ist fast schon bereit für die Ankunft der Flüchtlinge. In der Vorwoche wurden die Leitungen angeschlossen (Strom, Wasser etc.).

Insgesamt werden 90 Container aufgestellt, einige davon werden als Aufenthaltsräume und auch zum Kochen dienen. Die Flüchtlinge werden auf beengtem Raum leben müssen. Mehr als zwei Betten und ein Kasten haben in einem Container für zwei Asylweber nicht Platz. Immerhin werden sie es aber warm haben.