Erstellt am 14. September 2015, 09:49

von Wolfgang Kapf

Flüchtlingslager: Anrainer besorgt. Bewohner der Waldheim-Siedlung bezweifeln, dass es bei der Unterbringung von 60 Personen in Containern bleibt.

Die Unterbringung von 60 Flüchtlingen in Containern auf dem Bundesforste-Areal im »Betriebsgebiet Amstetten-West« wurde ebenso politisch beschlossen wie ein weiteres »Containerdorf« auf dem Gelände des Landesklinikums Mauer für 95 Flüchtlinge. Nähere Details werden der Bevölkerung von Mauer und Waldheim bei einer Infoveranstaltung am 21. September um 19 Uhr im Turnsaal der Neuen Mittelschule Mauer bekannt gegeben. Foto: Kapf  |  NOEN, Wolfgang Kapf
Auf dem Grundstück der Bundesforste – Ecke Südlandstraße/Veilchenstraße – sollen Container für 60 Flüchtlinge aufgestellt werden. Dieses Areal liegt im zum Ortsteil Mauer gehörenden „Betriebsgebiet Amstetten–West“.

Ein paar hundert Meter westlich davon befindet sich die Wohnhaussiedlung „Waldheim“. Die NÖN holte dort Meinungen von Anrainern zum „Container-Projekt“ ein.

„Irgendwo müssen wir ja die Flüchtlinge unterbringen“

Die erste Befragte wollte zum Thema keine Stellungnahme abgeben. Etwas auskunftsfreudiger war eine Nachbarin ein paar Häuser weiter.

„Freude haben wir keine damit, aber irgendwo müssen wir ja die Flüchtlinge unterbringen. Ich hoffe aber, dass das hier keine Dauerlösung wird. Ich hoffe auch, dass es bei den 60 Flüchtlingen bleibt und dass man nicht später sagt, man hat sich um eine Null geirrt und es werden dann 600. Weil ich näher informiert werden will, bin ich bei der Infoveranstaltung am 21. September dabei. Ich glaube aber, dass alles ohnehin schon beschlossen worden ist“, erklärte Monika Reickersdorfer, Mutter von zwei Kindern, aus der Veilchenstraße.

„Ich befürchte, dass es nicht bei den
60 Flüchtlingen bleibt, sondern dass
es später dann mehr werden.“
Anrainer Bernd Weis

Warum er „die Container nicht hier haben will und auch viele andere nicht dafür sein werden“, begründet Bernd Weis, zweifacher Vater, in der Efeustraße, hauptsächlich so: „Ich befürchte, dass es nicht bei den 60 Flüchtlingen bleibt, sondern dass es später dann mehr werden.“ Bedenken hat er auch wegen des öffentlichen Spielplatzes bei der Gladiolenstraße. „Die Flüchtlinge werden den sicher auch benützen und dann dort viel Müll liegen lassen.“

Der vierte Befragte, ein zweifacher Vater, wollte anonym bleiben – „da es leider bereits so ist, dass alle, die sich kritisch äußern, völlig ungerechtfertigt als (politisch) zum rechten Eck gehörend abgestempelt werden“ – und übt dann heftige Kritik an der Stadtpolitik: „Ich finde es eine Frechheit, dass man uns am letzten Montag bei der Infoveranstaltung im Amstettner Pfarrsaal vor vollendete Tatsachen gestellt hat. Das ist nicht korrekt und das hat daher vielen sauer aufgestoßen. Bei einer Infoveranstaltung sollte man lediglich erklären, was eventuell geplant ist und sich dann dazu die Meinungen anhören!“

Zum „Container-Projekt“ konkret meint er schließlich: „60 Flüchtlinge auf einem Flecken unterzubringen ist nicht gut. Das führt zu Gruppenbildungen mit allen dazugehörenden Problemen. Besser wäre es, sie in kleinsten Einheiten auf viele verschiedene Gemeinden und Ortsteile zu verteilen.“ Und auch er hat Bedenken, ob es bei den kolportierten 60 Plätzen für Flüchtlinge im Betriebsgebiet bleibt: „Ich fürchte, dass man später sagen wird: Das Areal ist so groß – da können wir ja noch viel mehr Container aufstellen!“

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