Erstellt am 09. August 2016, 04:23

von Daniela Führer

Amstettner in Dubai „gestrandet“. Am Flughafen Dubai geriet eine Maschine in Brand und der Airport wurde gesperrt – mit massiven Auswirkungen für viele Reisenden, darunter der Amstettner Benjamin Schmutz.

Hanna und Benjamin beim unerwarteten Sightseeing am höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa in Dubai. Foto: privat  |  privat

Ans andere Ende der Welt, nach Australien reisen – diesen Traum erfüllt sich gerade der Amstettner Benjamin Schmutz: „Meine Schwester macht ein Auslandssemester in Brisbane und da hab´ ich mir gedacht, ich nutze die Chance und bin deshalb gerade mit einer Freundin auf dem Weg zu ihr“, berichtet der 25-Jährige. Doch leider stand die Anreise der beiden unter keinem guten Stern.

„Wir wussten ja noch nicht, was uns in Dubai erwartet“

„Geplant war der Abflug von Wien nach Melbourne über Dubai am Mittwoch gegen 23 Uhr. Unglücklicherweise passierte genau an diesem Tag ein Unfall am Flughafen in Dubai. Eine Emirates Maschine hat Feuer gefangen und der Flughafen wurde den ganzen Nachmittag lang gesperrt“, schildert Benjamin.

Dass sie erst am nächsten Tag um 6 Uhr früh von Wien starten konnten, nahmen die beiden zunächst noch gelassen. Sie wussten, dass sie den Anschlussflug in Dubai verpassen würden, ein vorzeitiges Umbuchen in Wien war nicht möglich, trotzdem war die gute Laune ungebrochen. „Wir wussten ja noch nicht, was uns in Dubai erwartet“, berichtet die 25-jährige Hanna Herbstrith aus Wien.

„Wir wurden vom ersten zum nächsten Informationsschalter weitergeleitet. Es gab Gerangel und Geraufe.“

Benjamin Schmutz über die Ankunft am Flughafen Dubai

In Dubai herrschte dann Chaos pur aufgrund der halbtägigen Sperre am Vortag. Hunderte Passagiere saßen fest: „Wir wurden vom ersten zum nächsten Infoschalter weitergeleitet. Es gab Gerangel und Geraufe“, beschreibt Benjamin die Situation. Doch es blieb ihnen nichts anderes übrig und sie stellten sich an einem der wenigen Schalter an.

„Nachdem die Ersten die Schlange zurück gingen, erfuhren wir, dass ein Mann bereits zwölf Stunden gewartet hatte“, erzählt der Amstettner. „Trotzdem hatten wir noch Hoffnung, dass es bei uns schneller geht. Wir bewegten uns in der Schlange auch vorwärts, doch später erfuhren wir, dass einfach der Reihe nach die Leute die Warterei aufgegeben hatten.“

Hautnah erlebten die beiden das völlige Chaos am Flughafen mit: „Es wurden zwar Wasser und Saft zu Beginn des Tages verteilt, aber das ging bald aus. Meiner Meinung nach verantwortlich für das Riesenchaos am Flughafen war das komplett mangelnde Krisenmanagement“, kritisiert Benjamin.

Nach 13,5 Stunden Flug dann „ein bisschen gerädert“

Nach geschlagenen elf Stunden hatten sie endlich die Tickets für den nächstmöglichen Flug nach Australien in der Tasche, doch der Flieger ging erst zwei Tage später am Sonntag Früh. Also blieb noch die Frage: Wohin für zwei Tage in Dubai?

Insgesamt elf Stunden standen Hanna und Benjamin in der Schlange des Information Desk, um ihren Flug nach Australien umbuchen zu können. Foto: privat  |  privat

„Alle Hotelplätze von Emirates waren bereits vergeben“, berichten die beiden. Das Gepäck bekamen sie auch nicht, dafür hätten sie erneut zwölf Stunden warten müssen. Also machten sie sich am Donnerstag nach Mitternacht noch auf eigene Faust auf die Suche nach dem nächstbesten Hotel. Die notwendigsten Gebrauchsgegenstände kauften sie dann in den nächsten Tagen in Dubai, wo sie unverhofft eine Sightseeingtour einlegten.

Mittlerweile sind die beiden auch tatsächlich in Sydney angekommen. „Nach 13,5 Stunden Flug ein bisschen gerädert, aber froh, endlich in Australien zu sein“, schreibt Benjamin am Sonntagabend. Kleiner Wehrmutstropfen jedoch: Das Gepäck hat die Reise noch nicht geschafft ...