Erstellt am 17. August 2015, 09:39

von Daniela Führer

Folgenschwere Insolvenz von FD-Composites. Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung: Die Tragschrauber-Produktionsfirma FD-Composites musste vier Dienstnehmer kündigen. Der Firmensitz wird von Zeillern nach Hofamt/Priel verlegt.

Die Firma FD-Composites produziert den innovativen Tragschrauber »ArrowCopter«, der in vierjähriger Entwicklungszeit von den Ex-Geschäftsführern Dietmar Fuchs und Martin Kassecker entwickelt wurde. Foto: FD Composites  |  NOEN, FD Composites
Die Geschichte der 2009 gegründeten Firma FD- Composites, die in Zeillern die innovativen Kleinhubschrauber „ArrowCopter“ herstellt, ist geprägt von vielen Höhen und Tiefen.

Zunächst wurde der Tragschrauber ja nur als ein Privatprojekt von Dietmar Fuchs aus St. Valentin und Martin Kassecker entwickelt. Das Video des Erstfluges entpuppte sich als YouTube-Hit und plötzlich klopften potenzielle Kunden aus aller Welt bei den beiden Entwicklern an. Da beschlossen sie, mit ihrer innovativen Erfindung in Serie zu gehen.

„Er ist der Mercedes der Tragschrauber“

Über die Jahre entwickelte sich der „ArrowCopter“ zu einem sehr renommierten Tragschrauber, der etwa bei der Bahrain Air Show inmitten schwerer Kampfjets gehörig aufzeigen konnte.

„Er ist der Mercedes der Tragschrauber. Das haben wir dem Entwicklerteam Fuchs/Kassecker und dem von Beginn an involvierten Fahrzeugtechniker Klemens Hofreiter zu verdanken“, erklärt Siegfried Gruber, der mit 1. August die Geschäftsführung von FD-Composites übernommen hat.

So viel zu den Höhen. Doch leider musste die Firma aber auch durch schwierige Zeiten. Bei einem Brand am 31. März 2014 ging die Produktionshalle des Betriebes in Flammen auf und verursachte einen Schaden in Millionenhöhe.

Und jetzt der neuerliche Tiefschlag: In der Vorwoche wurde über das Vermögen der Firma am Landesgericht St. Pölten auf Eigeninitiative ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. 146.000 Euro an Aktiva stehen 2,86 Millionen Euro an Passiva gegenüber. Mit Eigenverwaltung bedeutet, das Unternehmen übernimmt weiterhin alle wesentlichen Rechtshandlungen.

NÖN.at hatte berichtet:



Gruber begründet das eingeleitete Sanierungsverfahren mit den hohen Kosten für Entwicklung und Zulassung, die man so schwer abschätzen konnte. „Ziel war immer, ein Spitzenprodukt herzustellen. Dieses dann aber auch zu vermarkten, kostet neuerlich viel Geld. Am Ende sind die Kosten leider ausgeufert“, erklärt er. Über 80 Gläubiger sind betroffen. Ihnen wird eine Quote von 30 Prozent, zahlbar binnen zwei Jahren, angeboten.

„Wir blicken positiv in die Zukunft der Firma, wenn wir am 10. November die Zustimmung der Gläubiger zum Sanierungsplan erhalten“, erklärt Gruber. Dafür gäbe es auch positive Signale seitens der Hauptgläubigerin. „Wir wollen kommendes Jahr 15 ArrowCopter produzieren, die nächsten Jahre soll die Stückzahl auf 20 gesteigert werden“, berichtet der CEO.

Das Unternehmen wird auf jeden Fall bis zum Tag der Entscheidung am 10. November weitergeführt, wenn auch nicht mehr in Zeillern und auch nicht mehr mit allen Dienstnehmern. „Von den elf Dienstnehmern wurden vier gekündigt. Sieben werden weiter bei uns arbeiten“, informiert Gruber. Im Laufe dieser Woche zieht die Firma von Zeillern nach Hofamt/Priel um – aus Kostenersparnisgründen.

Gibt es kein Okay der Gläubiger am 10. November, muss der Betrieb eingestellt werden.